Erste Rückholflüge gestartet: Emirates-Maschine aus Dubai erreicht Frankfurt
Erste Rückholflüge: Emirates aus Dubai erreicht Frankfurt

Erste Rückholflüge gestartet: Emirates-Maschine aus Dubai erreicht Frankfurt

Nach tagelangen massiven Flugausfällen und Sperrungen von Lufträumen im Nahen Osten hat die Rückholaktion für zehntausende gestrandete deutsche Urlauber begonnen. Eine erste Maschine der Fluggesellschaft Emirates ist am Dienstag von Dubai nach Frankfurt am Main gestartet und hat den Flughafen am frühen Nachmittag erreicht. Dies bestätigte eine Sprecherin der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport am Morgen mit den Worten: „Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an.“

Reiseveranstalter und Bundesregierung koordinieren Evakuierung

Parallel zu den ersten kommerziellen Flügen arbeiten deutsche Reiseveranstalter und die Bundesregierung intensiv an der Rückreise festsitzender Touristen. Der Reisekonzern Tui rechnet damit, seine im Nahen Osten gestrandeten Kunden binnen weniger Tage zurückholen zu können. Vorstandschef Sebastian Ebel erklärte gegenüber n-tv: „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können.“ Geplant sei die Rückführung über Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad, wobei erste Maschinen nach München vorgesehen seien.

Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, betonte im rbb-Inforadio die Bedeutung klarer Kommunikation: „Es geht darum, die Gäste zu beruhigen, Sachlichkeit, transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit eben keine Panik ausbricht.“ Derzeit werde ein enormer Aufwand betrieben, um Reisende aus der Krisenregion wieder nach Deutschland zu bringen.

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Auswärtiges Amt bereitet Charterflüge für besonders Schutzbedürftige vor

Das Auswärtige Amt unter Außenminister Johann Wadephul bereitet nach eigenen Angaben parallel die Rückholung besonders schutzbedürftiger Personen aus der Region vor. Geplant sind gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad in Saudi-Arabien und Maskat in Oman. Wadephul stellte jedoch klar: „An allererster Stelle müssen natürlich die Reiseverkehrsunternehmen hier eintreten.“ Das Bereitstellen von Regierungsflügen sei nur das Mittel zweiter Wahl, während der Einsatz der Bundeswehr wirklich als letztes Mittel in Betracht gezogen werde.

Reiseverband warnt vor eigenmächtigen Aktionen

Der Deutsche Reiseverband (DRV) setzt auf enge Abstimmung mit Sicherheitsbehörden und dem Auswärtigen Amt. DRV-Sprecher Thorsten Schäfer bekräftigte im Deutschlandfunk die offizielle Empfehlung: „Im Hotel zu bleiben und sich nicht auf eigene Faust in ein anderes Land oder zum Flughafen zu begeben.“ Solange Lufträume gesperrt seien, gebe es keine Möglichkeit, reguläre Flüge anzubieten. Pauschalreisende seien in ihren Hotels untergebracht – was Schäfer als „den Vorteil der Pauschalreise“ bezeichnete.

Wirtschaftliche Folgen und Unsicherheit bleiben

Die Branche warnt zugleich vor erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen, da mit Dubai und Doha zwei wichtige internationale Luftfahrt-Drehkreuze teilweise oder vollständig ausgefallen sind. Nach Angaben des DRV sind derzeit allein rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter betroffen – eine Zahl, die das Auswärtige Amt als „eine einigermaßen verlässliche Größe“ bestätigte. Die Gesamtzahl der gestrandeten Reisenden liegt jedoch deutlich höher, seit durch die jüngste Eskalation im Nahen Osten Lufträume geschlossen wurden und Flughäfen als Transitpunkte ausfielen.

Die Unsicherheit bleibt groß, wie lange die Rückholaktion insgesamt dauern wird. Tui-Chef Ebel räumte ein: „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er rechne aber mit „einigen Tagen“, bis alle betroffenen Kunden zurückgeholt sein werden. Die Emirates-Airline erklärte unterdessen, zunächst Reisende mit bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen, während umgebuchte Passagiere direkt informiert würden.

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