Erste Rückholflüge aus Golfregion: Emirates-Sondermaschine mit deutschen Urlaubern in München gelandet
Erste Rückholflüge: Emirates-Sondermaschine landet in München

Erste Rückholaktion erfolgreich: Emirates-Sondermaschine bringt deutsche Urlauber aus Golfregion zurück

Am späten Dienstagabend landete die erste Sondermaschine zur Rückholung deutscher Urlauber aus der Golfregion am Flughafen München. Der Emirates-Flug EK 8051 aus Dubai traf gegen 20.50 Uhr ein und brachte unter anderem etwa 200 Gäste des Reisekonzerns Tui zurück nach Deutschland.

Emotionales Wiedersehen nach chaotischen Tagen

Unter den wartenden Angehörigen am Münchner Flughafen befand sich die Familie Gügel aus Forchheim. Sie erwarteten ihre beiden Kinder Lena und Felix, die nach einem Thailand-Urlaub zunächst nicht mehr nach Deutschland einreisen konnten. „Nach zwei Stunden Besetztzeichen und einer Stunde Warteschleife“ habe sie den Flug von Deutschland aus umbuchen können, berichtete Mutter Tanja Gügel. „Die ganze Familie hat über die Hotline versucht, den Flug umzubuchen.“

Die Kinder waren während der Wartezeit in einem Hotel untergekommen und blieben nach Angaben der Mutter ruhig. „Panisch waren sie nicht“, sagte Gügel. „Das war ein Glücksmoment gestern.“ Zur Begrüßung hatten die Familienmitglieder ein selbst gebasteltes Plakat vorbereitet und warteten bereits anderthalb Stunden vor der Ankunft auf ihre Angehörigen.

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Krisenintervention durch Bayerisches Rotes Kreuz

Zur Unterstützung der ankommenden Reisenden waren Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Einsatz. „Sie stehen vor Ort bereit, um Reisende bei Bedarf psychosozial zu betreuen und Gespräche anzubieten“, teilte BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi mit. Die Inanspruchnahme dieses Angebots sei freiwillig und richte sich an alle Betroffenen, die eine Begleitung oder stabilisierende Hilfe wünschen.

Logistische Herausforderungen bei Rückholaktion

Die Tui-Touristen waren zuvor mit Bussen von Abu Dhabi, wo sie auf einem Kreuzfahrtschiff im Hafen festsaßen, zum Flughafen nach Dubai gebracht worden. Insgesamt warteten auf zwei Kreuzfahrtschiffen in der Golfregion rund 5000 Gäste des Reiseveranstalters auf ihre Heimreise.

Tui-Vorstandschef Sebastian Ebel hatte im n-tv-Programm erklärt, dass die Rückholung der Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad erfolgen solle. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly im „standby“-Modus bereit, sobald es eine Erlaubnis gebe, in die Region zu fliegen. Tui verfüge über etwa 120 Flugzeuge, die jedoch keine Verkehrsrechte für die Golfregion besäßen.

Politische Hintergründe und Ausmaß der Krise

Die Eskalation des Nahost-Konflikts hatte am vergangenen Wochenende zu massiven Reisebeeinträchtigungen geführt. Nach Luft- und Raketenangriffen Israels und der USA auf den Iran, bei denen Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde, reagierte Teheran mit Gegenangriffen auf Israel sowie Ziele in der Golfregion.

Infolge dieser Entwicklungen haben viele Staaten ihren Luftraum geschlossen, und Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter sind derzeit in der Region gestrandet und warten auf ihre Rückkehr. Derzeit laufen Gespräche mit der Bundesregierung unter Beteiligung verschiedener Airlines und Reiseveranstalter, um zusätzliche Kapazitäten für die Rückholung deutscher Staatsbürger zu schaffen.

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