Eurowings startet eigene Evakuierungsmission: Erster Sonderflug aus Riad nach Köln
Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat eine eigenfinanzierte Evakuierungsaktion für im Nahen Osten gestrandete Touristen gestartet. Das Unternehmen schickt erstmals ein eigenes Flugzeug ins Krisengebiet, um etwa 150 Gäste des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays nach Deutschland zurückzuholen.
Details zum Sonderflug nach Köln
Geplant ist ein spezieller Evakuierungsflug mit einem Airbus A320 von der saudischen Hauptstadt Riad zum Flughafen Köln. Der Flug mit der Nummer EW6131 soll in der Nacht von Freitag auf Samstag stattfinden, wobei die Landung für Samstag um 00.30 Uhr erwartet wird.
Die betroffenen Touristen wurden während ihres Aufenthalts in Dubai und der umliegenden Region vom jüngsten US-israelischen Angriff auf den Iran überrascht. Zur Vorbereitung der Ausreise werden sie mit Bussen zum Flughafen Riad gebracht, von wo aus der Rückflug nach Deutschland erfolgt.
Historischer Schritt für die Lufthansa Group
Dieser Flug markiert einen bedeutenden Wendepunkt für die Luftfahrtgruppe. Es handelt sich um den ersten eigenen Evakuierungsflug der Lufthansa Group nach Deutschland. Bislang war die Airline ausschließlich als Dienstleister für Evakuierungsmissionen der Bundesregierung tätig gewesen.
Mit dieser Initiative übernimmt Eurowings nun eigenverantwortlich die Rückholung ihrer Kunden aus dem Krisengebiet und zeigt damit ein neues Engagement in Notsituationen.
Parallele Evakuierungsbemühungen der Bundesregierung
Parallel zu den unternehmenseigenen Maßnahmen setzt die Bundesregierung ihre Evakuierungsbemühungen fort. Nach drei bereits durchgeführten Sonderflügen aus dem Oman plant die Regierung nun zusätzliche Rückholaktionen aus Saudi-Arabien.
Außenminister Johann Wadephul von der CDU kündigte am Donnerstagabend über Instagram an, dass auch aus der saudischen Hauptstadt Riad gestrandete Deutsche in die Heimat zurückgebracht werden sollen.
Strukturierte Evakuierungsplanung
Laut einem internen Papier des Auswärtigen Amtes, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll der Regierungsflug aus Saudi-Arabien am Sonntagnachmittag mit einer gecharterten Maschine der Fluggesellschaft Sundair organisiert werden.
Für besonders vulnerable Personengruppen wurden spezielle Vorkehrungen getroffen:
- Schwangere
- Kranke
- Ältere Menschen
Diese besonders schutzbedürftigen Personen sollen auf dem Landweg aus dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden, um von dort aus den Rückflug nach Deutschland antreten zu können.
Die koordinierten Bemühungen von Privatunternehmen und staatlichen Stellen unterstreichen die Dringlichkeit der Situation im Nahen Osten und das gemeinsame Bestreben, deutsche Staatsbürger und Touristen sicher aus der Krisenregion zurückzuholen.



