Fluchtweg nur für Reiche: 200.000 Euro für Charterflug aus den Emiraten
Reiche fliehen per Privatjet aus dem Nahen Osten, aber die Preise haben sich verdoppelt. Zehntausende Menschen hängen in den Vereinigten Arabischen Emiraten fest und wollen nur raus. Denn aus der Urlaubsregion ist ein Kriegsgebiet geworden, nachdem vergangenen Samstag der Konflikt mit dem Iran ausbrach. Doch sind Flüge rar, die Touristen müssen sich darauf einstellen, noch länger in Dubai oder Abu Dhabi auszuharren. Es gibt aber auch einen schnellen Ausweg – für Besserbetuchte.
Gefahr iranischer Angriffe hält an
Seit Dienstag starten wieder Flugzeuge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aber nur wenige. Die Gefahr iranischer Angriffe im Land und der Region besteht weiterhin. Reiche Urlauber suchen daher ihr Heil in der Flucht per Privatjet. Und greifen dabei tief in die Tasche. Manche zahlen dafür bis zu 200.000 Euro, so die Nachrichtenagentur AP. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt der Vorstandschef des in Frankreich ansässigen Privatjet-Vermittlers JET-VIP, Altay Kula. „Wir können nicht genug Flugzeuge bereitstellen, um der Nachfrage gerecht zu werden.“
Der Krieg treibt die Preise in die Höhe
In normalen Zeiten würde ein Charterflug mit einem Privatjet für bis zu 16 Passagiere aus der Region nach Porto (Portugal) etwa 100.000 Euro kosten, so Kula. Aber nun hätten sich die Preise verdoppelt. Zum einen müssen die Flugzeuge aus weit entfernten Regionen zunächst leer anfliegen. Zum anderen lassen sich die Betreiber das Risiko, in ein Kriegsgebiet zu fliegen, teuer bezahlen. „Es handelt sich also nicht um eine spekulative Preisgestaltung“, versichert Kula. So würden die Kosten für einen Flug nach Europa zurzeit bei 150.000 bis 200.000 Euro liegen.
Alternative Fluchtwege über Nachbarländer
Die Alternative: Flucht über die offenen Flughäfen im Oman und Saudi-Arabien. Von den Emiraten sind es mehr als fünf Stunden Autofahrt in den Oman, nach Riad mehr als zehn. Dazu kommen bis zu vier Stunden Wartezeit bei der Grenzabfertigung. Viele Reiche beauftragen dafür private Sicherheitsunternehmen. Auch das sind Zusatzkosten von mehreren Tausend Euro, so der Planungsdirektor des britischen Sicherheitsunternehmens Alma Risk, Ian McCaul. Die Situation zeigt deutlich, wie Konflikte die Ungleichheit verschärfen und schnelle Lösungen oft nur den Wohlhabenden zugänglich sind.



