Österlicher Genussmarkt in Güstrow begeistert Besucher
Bei strahlendem Frühlingswetter strömten am Wochenende zahlreiche genussfreudige Gäste in die historische Wollhalle am Franz-Parr-Platz in Güstrow. Der vom Güstrower Tourismusverein organisierte Österliche Genussmarkt präsentierte sich an zwei Tagen als beliebter Treffpunkt für Feinschmecker und Kunsthandwerksliebhaber aus der gesamten Region.
Kniesenackbier innerhalb kürzester Zeit ausverkauft
Ein absoluter Publikumsmagnet war der Stand des Vereins, der das original Güstrower Kniesenackbier anbot. Bereits eine halbe Stunde nach Marktbeginn waren sämtliche 20 Kästen komplett ausverkauft, wie Mario Sümnich vom Verein berichtete. Neben dem hochprozentigen Lagerbier konnten die Besucher auch das neue Pils Dombier 1226 probieren, das extra zum Jubiläum des Güstrower Domes kreiert wurde.
„Das war wie zu DDR-Zeiten, wenn es Apfelsinen und Bananen gab“, schmunzelte Sümnich angesichts der langen Schlangen, die sich bereits vor offiziellem Marktbeginn gebildet hatten. Die besondere Attraktivität des Bieres liegt darin, dass es nicht kommerziell produziert wird, sondern von einem Verein begeisterter Hobbybrauer in kleinen Chargen hergestellt wird.
Vielfältiges Angebot von regionalen Spezialitäten
Neben dem begehrten Bier präsentierten zahlreiche regionale Anbieter ihre Köstlichkeiten und Handwerkskunst:
- Enrica Korsinski, freischaffende Konditormeisterin und Betreiberin des „Dat Café“ in der Güstrower Mühlenstraße, bot ihre zarten Leipziger Lerchen an, die ebenfalls schnell vergriffen waren
- Astrid Fanter präsentierte einen besonderen Eierlikör von „glücklichen Hühnern“, der direkt aus Schokobechern verkostet werden konnte
- Rentnerin Ingrid Dretzke aus Bützow verkaufte selbstgemachte Gelees, Säfte und Chutneys aus ihrem großen Garten
- Die Kunstgewerblerin Manuela Seemann aus Kirch Rosin zeigte ihre feinen Blumen-Aquarelle und handgefertigten Schmuckstücke
Kreative Handarbeiten und besondere Atmosphäre
Besondere Aufmerksamkeit erregten die originellen Handarbeiten in der Wollhalle. Erika Krüger präsentierte filigrane Kunstwerke in der Quilling-Technik, bei der hauchdünne Papierrollen zu kunstvollen Objekten geformt werden. Ihr besonderes Highlight: ein goldener „Schlüssel zum Glück“.
Am benachbarten Stand von Kerstin Otto lag „Sid“ – eine gehäkelte Kreatur, inspiriert vom Faultier aus dem Animationsfilm „Ice Age“. Die besondere Konstruktion ermöglicht es, dass Sid künftig als praktischer Taschenbaumler dienen kann.
Höhere Standgebühren trüben die Stimmung
Trotz des großen Besucherandrangs und guter Verkäufe gab es bei einigen Händlern kritische Stimmen. Die Standgebühren wurden von bisher 30 Euro auf nun 50 Euro pro Tag erhöht, was insbesondere bei kleineren Anbietern für Unmut sorgte.
„Mit 50 Euro pro Tag kriegen wir durch unsere Verkäufe vielleicht die Standmiete wieder rein“, äußerte sich Kerstin Otto besorgt. Sie überlegt gemeinsam mit ihrer Standpartnerin Erika Krüger, im kommenden Jahr möglicherweise nur noch einen Tag am Markt teilzunehmen. Beide betonten jedoch, dass sie die besondere Atmosphäre des Events nicht missen möchten.
Positive Aussichten für zukünftige Märkte
Für alle, die beim nächsten Genussmarkt das begehrte Kniesenackbier probieren möchten, gibt es gute Nachrichten: Der Verein hat inzwischen eine effizientere Braumaschine angeschafft, die alle 14 Tage brauen kann. Damit stehen die Chancen besser, dass auch nachmittags noch Bier verfügbar sein wird.
Die meisten Aussteller lobten die familiäre Atmosphäre des Marktes und das besonders interessierte Publikum. Manuela Seemann betonte den besonderen Wert der Wollhalle mit ihrem „außergewöhnlichen Ambiente“ für die Werbung ihrer Kunsthandwerksprodukte.
Der Österliche Genussmarkt in Güstrow hat sich damit erneut als wichtiger Treffpunkt für regionale Produzenten und kunsthandwerklich Interessierte etabliert, auch wenn die erhöhten Standgebühren bei einigen Teilnehmern für Diskussionsstoff sorgen.



