Kölner Dom plant Eintrittsgeld: Domschweizerin berichtet von respektlosen Besuchern
Kölner Dom plant Eintrittsgeld wegen respektloser Besucher

Kölner Dom plant Eintrittsgeld: Domschweizerin berichtet von respektlosen Besuchern

Als Domschweizerin bewacht Nicole Arnold-Reitgruber den Kölner Dom beruflich und erlebt täglich die Herausforderungen des Besucherandrangs. In einem exklusiven Interview schildert sie eindrücklich, wie sich einige Touristen immer respektloser verhalten und warum ein geplantes Eintrittsgeld notwendig erscheint.

Alltag im Kölner Dom: Von Rollschuhfahrern und Schlangen

Jeden Morgen um Viertel vor sechs öffnet Arnold-Reitgruber die Türen des weltberühmten Gotteshauses. Zusammen mit ihren Kollegen, gekleidet in traditionellen roten Gewändern, verteilt sie sich auf strategische Posten: mindestens zwei am Eingang, einer beim goldenen Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige. Bei starkem Besucherandrang arbeiten bis zu elf Domschweizer gleichzeitig, um bis zu 30.000 tägliche Besucher zu betreuen.

Doch nicht alle Gäste zeigen angemessenes Verhalten. Arnold-Reitgruber berichtet von kuriosen und respektlosen Vorfällen: „Vor Kurzem wollte einer auf dem glatten Boden Rollschuh fahren, ein anderer holte eine Schlange aus seinem Rucksack. Besonders beliebt ist das Auf-den-Altar-springen-und-Singen.“

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Die Domschweizerin erklärt dann geduldig, warum solche Aktionen nicht gestattet sind. Selbst eine Schlange, die sie als „Geschöpf Gottes“ bezeichnet, muss draußen bleiben. Häufige Diskussionen drehen sich um Rauchverbote oder warum Kinder nicht mit Fahrrädern durch den Dom fahren dürfen.

Vom Flughafen zum Dom: Eine Berufung für Menschen

Ursprünglich aus Baden-Württemberg stammend, wollte Arnold-Reitgruber eigentlich Ergotherapeutin werden. Während ihres Sportstudiums in Köln lernte sie jedoch ihren heutigen Lebenspartner kennen und blieb in der Stadt. Zunächst arbeitete sie am Flughafen Köln/Bonn, wo sie ähnliche Aufgaben wie heute übernahm: gestrandete Passagiere ohne Reisepass auffangen und betreuen.

Diese menschliche Komponente prägt auch ihre Arbeit im Dom. „Weint jemand in der Ecke, frage ich nach. Sucht jemand ein Gespräch über den Lebenssinn, höre ich zu“, beschreibt sie ihre Herangehensweise. Ein älterer Stammgast sagte einmal zu ihr: „Wenn Sie morgens so nett Hallo sagen, dann kann der Tag losgehen.“

Eintrittsgeld als Lösung für mehr Wertschätzung

Nach sechs Jahren im Dienst beobachtet Arnold-Reitgruber einen besorgniserregenden Trend: „Einige der Besucher verhalten sich immer respektloser.“ Dieser Entwicklung soll nun mit einem geplanten Eintrittsgeld begegnet werden. Der genaue Betrag steht zwar noch nicht fest, aber das Konzept sieht vor, dass die Gebühr nur für Besichtigungen anfällt.

Wichtig ist der Domverwaltung, dass spirituelle Angebote kostenlos bleiben. Menschen, die zum Beten kommen oder Kerzen anzünden möchten, sollen weiterhin unentgeltlich Zugang haben. Arnold-Reitgruber kann dem Eintrittsgeld durchaus Positives abgewinnen: „Wer einen kleinen Obolus zahlt, wertschätzt den Besuch im Kölner Dom vielleicht wieder mehr.“

Die Domschweizerin und ihre Kollegen arbeiten derzeit intensiv an der Umsetzung dieses Konzepts, das sowohl den Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbes sichern als auch die spirituelle Funktion des Doms bewahren soll.

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