Kroatien nach fast 30 Jahren endlich minenfrei - Ein historischer Erfolg mit verbleibendem Restrisiko
Kroatien nach fast 30 Jahren endlich minenfrei

Kroatien nach Jahrzehnten endlich minenfrei erklärt

Das beliebte Urlaubsland Kroatien, das bei deutschen Reisenden auf Platz neun der beliebtesten Ziele steht, hat einen historischen Meilenstein erreicht. Nach fast drei Jahrzehnten intensiver Bemühungen und Investitionen von über einer Milliarde Euro hat der kroatische Innenminister Davor Božinović das Land offiziell als minenfrei erklärt. Dies markiert das Ende einer langen und gefährlichen Ära, die während des Balkankrieges begann.

Ein langer und gefährlicher Weg zur Minenfreiheit

Ursprünglich galten über 1000 Quadratkilometer als minenverseuchte „rote Zone“, die mit Warnschildern versehen waren. Bis Ende 2025 waren nur noch 17 Quadratkilometer übrig, die nun ebenfalls geräumt wurden. Insgesamt wurden fast 107.000 Minen und 407.000 Blindgänger beseitigt. In den vergangenen 30 Jahren kamen jedoch 207 Menschen durch explodierende Sprengkörper ums Leben, darunter sechs Kinder. Auch 40 bis 60 Minenräumer verloren bei ihrem gefährlichen Einsatz ihr Leben.

Mehr Sicherheit und wirtschaftliche Vorteile

Nikša Bogdanić, Leiter des Zentrums für Minenräumung, äußerte seine Erleichterung: „Ich bin froh, dass diese Phase, die fast 30 Jahre dauerte, zu Ende geht. Wir können mit Stolz sagen, dass wir ein großes Problem, das die Sicherheit der Menschen gefährdete, auf ein Minimum reduziert haben.“ Innenminister Božinović betonte, dass dies nicht nur ein technischer Erfolg sei, sondern auch die Erfüllung einer moralischen Verpflichtung gegenüber den Opfern und ihren Familien. Ein minenfreies Kroatien bedeutet mehr Sicherheit für Familien, eine bessere Entwicklung ländlicher Gebiete, mehr Ackerland und einen stärkeren Tourismus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verbleibendes Restrisiko in unwegsamen Gebieten

Trotz der offiziellen Erklärung zur Minenfreiheit warnt das Auswärtige Amt weiterhin vor einem Restrisiko. In unwegsamem Gelände und Wäldern könnten noch immer einzelne übrig gebliebene Minen liegen. Im kroatischen Hinterland finden Bauern demnach immer wieder Sprengsätze. Eine hundertprozentige Sicherheit kann daher nicht garantiert werden, aber die Gefahr wurde erheblich reduziert.

Für deutsche Urlauber, von denen etwa ein Prozent in diesem Jahr an die kroatische Adria-Küste reisen wird, bedeutet dies eine deutlich erhöhte Sicherheit. Die erfolgreiche Minenräumung gemäß der Ottawa-Konvention ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Landes und seinen Tourismussektor.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration