Vom verfallenen LPG-Hof zum idyllischen Reitparadies am Oberuckersee
In der malerischen Uckermark hat sich ein ehemaliger LPG-Hof zu einem wahren Schmuckstück entwickelt. Die Hofanlage, die einst komplett verfallen war, besteht heute aus einem Haupthaus, einem Verwalterhaus, drei Stallgebäuden, einer Reithalle und einem Gästehaus mit sechs komfortablen Appartements. Familie Ruhnau hat hier über drei Jahrzehnte hinweg ein beeindruckendes Projekt realisiert.
Leidenschaft für Pferde verbindet Generationen
Annette Ruhnau, die mit 67 Jahren nach mehr als 30 Jahren wieder aufs Fahrrad gestiegen ist, vergleicht das Reiten mit dieser Erfahrung: „Wer das einmal konnte, der verlernt es nicht mehr.“ Diese Überzeugung teilt die Betreiberin des Pferdehofes am Oberuckersee mit ihren Gästen. Die gelernte Dentalhygienikerin hat ihren Beruf 2011 aufgegeben, um den Familienbetrieb zu leiten.
Der Betrieb legt besonderen Wert auf Tiergesundheit – Erwachsene, die reiten wollen, dürfen nicht mehr als 85 Kilo wiegen und müssen Vorkenntnisse mitbringen. Besonders beliebt ist das Angebot bei jungen Müttern, die nach der Familienphase zu ihrem alten Hobby zurückfinden. „Sobald man auf dem Pferd sitzt, hat man den Kopf frei. Dann ist man im Hier und Jetzt“, beschreibt Annette Ruhnau den besonderen Effekt des Reitens.
Idyllische Lage und umfassendes Angebot
35 Pferde stehen aktuell auf der idyllisch am Oberuckersee gelegenen Anlage, die Hälfte davon sind sogenannte Einstaller. Dr. Ralf Ruhnau, der inzwischen auf die 74 zugeht, begleitet die Reitschüler und Gäste auf Ausritten und Kutschfahrten im Gelände. „Wir machen das hier, bis wir umfallen“, sagt seine Gattin lachend. Die Fortführung ist jedoch gesichert: Tochter Lara arbeitet bereits mit, und auch deren Kinder Leon (4) und Louis (11) zeigen großes Interesse an den Pferden.
Der Betrieb ist heute eine Mischung aus:
- Reitschule mit professionellem Unterricht
- Ferienanlage mit sechs Appartements
- Einsteller-Adresse für Pferdebesitzer
Fürs authentische Bauernhof-Feeling leben auf dem Gelände zusätzlich Schweine, Rinder, Schafe, Hühner, Hunde und Katzen. „Es ist ein Paradies geworden - nicht nur für Großstädter“, freuen sich die Betreiber.
Großes Springturnier nach sechs Jahren Pause
Am Sonnabend, dem 18. April, öffnen sich nach sechs Jahren Turnierabstinenz wieder die Tore für einen sportlichen Wettstreit. Mehr als 100 Starts stehen bereits auf der Veranstaltungsliste, und die Organisatoren rechnen mit hunderten Besuchern ab dem frühen Morgen.
„Wir hoffen auf viele Neugierige, die sich bei uns mal umschauen möchten“, sagt Annette Ruhnau. Neben den Reitern der unterschiedlichen Kategorien werden auch deren Angehörige erwartet. Die Familie dankt allen Helfern und verlässlichen Sponsoren wie der Sparkasse Uckermark, Abschleppdienst Günther, BTT, Tischlerei Wrensch und Fenster Wehner. „Der Aufwand und die Kosten für so ein Springturnier sind enorm. Ohne finanzielle Unterstützung ginge das nicht“, betont die Unternehmerin.
Die Geschichte des Hofes ist bemerkenswert: Als Ralf Ruhnau das Areal 1992 übernahm, war es komplett verfallen und von der LPG heruntergewirtschaftet worden. Der Komplex musste abgerissen und am selben Standort nach dem alten Vorbild wieder aufgebaut werden. Heute steht die Anlage als Symbol für gelungene Transformation und nachhaltigen Tourismus in der Uckermark.



