MV-Tourismus führt bei Sauberkeit und Service – doch Investitionen stocken bedenklich
MV-Tourismus spitze bei Sauberkeit, aber Investitionen stocken

Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: Spitzenplatz bei Sauberkeit, aber Investitionsstau

Der Tourismus in Ostdeutschland verharrt auf einem stabil hohen Niveau, befindet sich jedoch in einer kritischen Phase der Konsolidierung. Das belegt das aktuelle Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, das kürzlich auf einem Fachforum in Potsdam präsentiert wurde. Die Zahlen für 2025 zeigen eine nahezu unveränderte Nachfrage mit 85,5 Millionen Übernachtungen und 466,5 Millionen Tagesreisen in den fünf ostdeutschen Bundesländern.

Mecklenburg-Vorpommern führt bundesweit bei Gästezufriedenheit

Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der Gästezufriedenheit: Mecklenburg-Vorpommern führt das ostdeutsche Ranking an und teilt sich gemeinsam mit dem Saarland den bundesweiten Spitzenplatz. Sachsen sichert sich erneut Rang drei, während Thüringen eine deutliche Verbesserung verzeichnet. Die Gäste bewerten insbesondere die Kernleistungen der Betriebe – Service, Sauberkeit und Zimmerausstattung – sehr positiv.

Erstmals wurde im Tourismusbarometer die Kategorie Sauberkeit der Beherbergungsbetriebe separat ausgewertet. Hier schaffen gleich vier ostdeutsche Regionen den Sprung unter die Top-10-Destinationen Deutschlands: das Elbe-Elster-Land, die Thüringer Rhön, die Oberlausitz-Niederschlesien und das Vogtland. Trotz dieser Erfolge mahnt der Verband jedoch weiteren Investitionsbedarf an, besonders bei der Zimmerausstattung.

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Wirtschaftliche Lage verschärft sich – Investitionen gehen zurück

Aus dem Bericht geht deutlich hervor, dass sich die wirtschaftliche Situation vieler Tourismusbetriebe zunehmend verschärft. „Die Zahlen sind eindeutig: Trotz Preisanpassungen sinken die Umsätze, die Kosten steigen – die Marge bleibt auf der Strecke. Das erklärt, warum Investitionen stocken. Aber das rechtfertigt die Zurückhaltung nicht“, betonte der Geschäftsführende OSV-Präsident Ludger Weskamp. Im Geschäftsjahr 2024 sank die Investitionsquote in Ostdeutschland um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, was deutlich stärker ist als im bundesweiten Vergleich mit einem Minus von 0,2 Prozent.

Langfristig könnte diese Investitionszurückhaltung die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten ostdeutschen Tourismussektors ernsthaft gefährden. Der Tagestourismus, der mit einem Bruttoumsatz von rund 13,9 Milliarden Euro ein zentraler Umsatzträger bleibt, sowie beliebte Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Radfahren sind auf eine intakte Infrastruktur angewiesen.

Sparkassenverband fordert gezielte Investitionen für die Zukunft

Um die Konsolidierungsphase zu überwinden, empfiehlt das Tourismusbarometer dringend gezielte Investitionen in mehrere Bereiche:

  • Energetische Sanierungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit
  • Neue Attraktionen in Freizeit- und Erlebniseinrichtungen
  • Digitale Infrastruktur wie Glasfaser- und 5G-Netze
  • Qualifizierungsprogramme und attraktive Arbeitsbedingungen zur Bindung von Fachkräften

„Ohne zusätzliche Investitionen droht mittelfristig ein Substanzverlust“, warnte Weskamp. Der Ostdeutsche Sparkassenverband ruft daher Kommunen, Tourismusorganisationen und Unternehmen auf, gemeinsam in Qualität, Digitalisierung und Fachkräfte zu investieren. Zudem betonte er die Notwendigkeit professionell aufgestellter Managementorganisationen, die Zuständigkeiten und Ressourcen besser bündeln sowie die regionale Wirtschaft stärker einbinden sollten – sowohl durch finanzielle Beteiligung als auch durch mehr Mitspracherecht.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 497,4 Millionen Übernachtungen gezählt, was einem leichten Plus von 0,3 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Diese Gesamtentwicklung unterstreicht die Bedeutung des Tourismussektors, macht aber gleichzeitig die Dringlichkeit von Investitionen in Mecklenburg-Vorpommern und den anderen ostdeutschen Bundesländern deutlich.

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