Nahost-Konflikt legt internationalen Luftverkehr lahm
Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat zu massiven Störungen im internationalen Flugverkehr geführt. Weite Teile des Luftraums in der Region sind gesperrt, wodurch wichtige Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha geschlossen oder nur stark eingeschränkt operieren können. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Urlaubsziele im Nahen Osten, sondern auch die Verbindungen zwischen Europa und Asien sowie in den pazifischen Raum.
Tausende Flüge gestrichen – logistischer Albtraum
Über die Drehkreuze am Persischen Golf laufen normalerweise die meisten Langstreckenflüge zwischen Europa und Asien, Australien und Afrika. Dubai gilt hier als zentrales Transitdrehkreuz. Die großen Flughäfen der Region sowie die betroffenen Fluggesellschaften haben binnen kurzer Zeit mehrere tausend Flüge gestrichen. Ein Mitarbeiter einer Golf-Airline sprach gegenüber Reuters von einem „massiven logistischen Albtraum“, da Crews, Flugzeuge und Passagiere weltweit an den falschen Orten festsitzen.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter aktuell von den Luftraumsperrungen betroffen. Sie halten sich entweder in der Region auf oder haben Flüge über dortige Drehkreuze gebucht. Der Reiseverband betonte, dass die Sicherheitslage „äußerst volatil“ sei.
Passagiere stranden – Flugzeiten verlängern sich erheblich
Die Folgen spüren Millionen Reisende weltweit. Flüge von indischen Metropolen wie Mumbai oder Delhi nach Europa und Nordamerika, die Zwischenstopps am Golf einplanen, fallen aus oder müssen neu geplant werden. Reisende aus Südostasien, etwa aus Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur oder Bali, die über Doha, Dubai oder Abu Dhabi nach Europa oder in die USA umsteigen wollten, stranden ebenfalls.
Auch Passagiere aus Ostasien – darunter Tokio, Osaka, Seoul, Peking, Shanghai oder Hongkong – können betroffen sein. Geschlossene Lufträume und blockierte Drehkreuze zwingen Airlines zu deutlich längeren Routen, etwa über die Türkei, den Kaukasus, Zentralasien oder südlich um die Arabische Halbinsel. Dadurch verlängern sich Flugzeiten spürbar, und Verspätungen sowie Streichungen häufen sich.
An europäischen Drehkreuzen stranden ebenfalls Reisende, weil Anschlussflüge Richtung Asien und Australien gestrichen wurden. Zudem sind Australien und der pazifische Raum betroffen. Ein erheblicher Teil der Reisen von Sydney, Melbourne, Brisbane oder Perth nach Europa führt über Doha, Dubai oder Abu Dhabi. Viele dieser Routen fallen weg oder werden mit großem Aufwand über andere Kontinente umgeleitet.
Empfehlungen für betroffene Reisende
Für Reisende sind zunächst die Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter die wichtigsten Ansprechpartner. Große Veranstalter wie die zur Dertour Group gehörenden Marken Dertour, ITS, Meiers Weltreisen und Clevertours haben nach eigenen Angaben rund um die Uhr besetzte Telefon-Hotlines eingerichtet. Anlaufstellen für Sicherheitsfragen bleiben die deutschen Auslandsvertretungen sowie das Auswärtige Amt.
Reisende sollten:
- Den Status ihrer Flüge regelmäßig bei den Airlines prüfen
- Umwege über Drittstaaten erwägen
- Funktionierende Kommunikationsmittel bei sich tragen
Zusätzlich empfiehlt das Auswärtige Amt, sich in die elektronische Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und die dort hinterlegten Kontaktdaten aktuell zu halten. Dadurch können deutsche Auslandsvertretungen im Notfall schnell Kontakt aufnehmen und über Unterstützungsangebote informieren.



