Finanzdesaster an der Nordsee: Gemeinde Wangerland verkauft Campingplatz und Therme nach Pleite
Nordsee-Gemeinde verkauft Campingplatz und Therme nach Pleite

Finanzkrise an der Nordseeküste: Wangerland muss Tourismus-Assets veräußern

Die norddeutsche Gemeinde Wangerland in Niedersachsen befindet sich in einer tiefgreifenden finanziellen Schieflage. Nachdem Millionenbeträge in den Bau eines Luxus-Spas investiert wurden, die Kosten jedoch explodierten, sieht sich die Kommune gezwungen, wertvolle Tourismus-Immobilien zu veräußern. Im Fokus stehen dabei der beliebte Campingplatz Schillig sowie die geschlossene Friesland-Therme.

Campingplatz Schillig: Perle mit Strandzugang steht zum Verkauf

Der Campingplatz Schillig, eine wahre Urlaubsoase direkt am Meer, wird nun durch ein Bieterverfahren angeboten. Mit einer Fläche von 42 Hektar und 1.500 Stellplätzen, die einen unmittelbaren Zugang zum Strand bieten, gilt der Platz als begehrtes Ziel für Camper an der Nordseeküste. Die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG), die vollständig im Besitz der Gemeinde ist, hat den Verkaufsprozess eingeleitet. „Gegenstand seien der laufende Betrieb, bestehende Pachtverträge sowie die Ausstattung des Campingplatzes“, erklärt die WTG in einer offiziellen Mitteilung.

Thermalbad und Wellenhallenbad: Geschlossene Bäder suchen Investoren

Neben dem Campingplatz steht auch die Friesland-Therme zum Verkauf. Das Thermalbad musste im Zuge der Insolvenz schließen, da die Betriebskosten nicht mehr tragbar waren. Gleiches Schicksal ereilte das Hallenwellenbad in Hooksiel, wenige Kilometer entfernt. WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel äußert die Hoffnung: „Wir begrüßen es sehr, wenn ein Investor für den Campingplatz auch eine verbundene Betreiberlösung für die Friesland-Therme anbietet.“ Allerdings gestaltet sich der Verkauf der geschlossenen Bäder schwieriger als erwartet.

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Ursache der Pleite: Explodierte Baukosten beim Luxus-Spa

Die finanzielle Misere der Gemeinde hat ihre Wurzeln in einem ambitionierten Tourismusprojekt. Wangerland wollte mit einem Thalasso-Meeres-Spa in die Oberliga des Küstentourismus aufsteigen und wohlhabende Besucher anlocken. Statt der geplanten 8,8 Millionen Euro verschlang der Bau jedoch 23 Millionen Euro. Diese Kostenexplosion riss die Gemeinde in die Insolvenz. Während der Luxus-Spa weiterhin geöffnet bleibt, müssen andere Einrichtungen geschlossen oder verkauft werden, um die finanzielle Lage zu stabilisieren.

Bereits im Oktober 2025 scheiterte der Verkauf des Campingplatzes Hooksiel an der Übernahme des angeschlossenen Wellenbads. Die WTG bestätigt, dass mehrere Interessenten für den Campingplatz Schillig vorliegen, gibt jedoch keine Details zu verbindlichen Angeboten preis. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt derweil wegen Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Verletzung der Buchführungspflicht.

Die Tourismussprecherin der Gemeinde fasst die bisherigen Veräußerungen zusammen: „Bislang wurden der Nordsee‑Campingplatz Hooksiel und verschiedene Grünflächen veräußert.“ Für Wangerland bedeutet dies einen herben Rückschlag in ihren touristischen Ambitionen, während Investoren nun die Chance erhalten, in eine der schönsten Regionen der Nordseeküste zu investieren.

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