Bauernscheune Klink installiert Schranke gegen Parkplatz-Chaos an der Müritz
Parkplatz-Chaos an Müritz: Bauernscheune setzt auf Schranke

Parkplatz-Chaos an der Müritz: Bauernscheune Klink zieht die Reißleine

Die Bauernscheune in Klink an der Müritz ist seit Jahren ein echter Besuchermagnet für die gesamte Region. Doch der Erfolg hat eine Schattenseite: Der Parkplatz des beliebten Ausflugsziels wird regelmäßig von Fahrzeugen überfüllt, die gar nicht die Scheune besuchen wollen. Viele Autofahrer nutzen das Areal als kostenlosen Parkplatz für Ausflüge zum Kleinen Meer oder in die Gemeinde Klink.

Schrankenanlage als Lösung für das Parkplatz-Dilemma

„Da kommt demnächst eine Schranke hin“, erklärt Inhaber Oliver Kell entschlossen. Der Unternehmer, der vor 18 Jahren mit damals 22 Jahren zu den jüngsten Unternehmern an der Müritz gehörte, sieht keine andere Möglichkeit mehr. Sein Hof mit Spiel- und Freizeitmöglichkeiten sei zwar ein wichtiger Besuchermagnet für die gesamte Gemeinde, doch er könne nicht das allgemeine Parkplatz-Problem der Region lösen.

Ab Mai wird der inzwischen eingefriedete Parkplatz der Bauernscheune mit einer Schrankenanlage gesichert. Die ersten 30 Minuten bleiben kostenfrei – wer länger parkt und nicht die Scheune besucht, muss zahlen. „Das ist eigentlich nichts Besonderes, das machen viele Geschäfte so“, relativiert Kell die Maßnahme.

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Touristische Herausforderungen in der Gemeinde Klink

Neben dem Parkplatz-Problem sieht Kell weitere touristische Herausforderungen in der Gemeinde. Besonders kritisch betrachtet er die Kurtaxe-Regelung: „Wenn wir für den An- und Abreisetag je die volle Summe Kurtaxe statt je einen halben Tag, wie andere Kommunen es machen, berechnen müssen, dann macht das die Leute sauer.“

Selbst Kinder ab sechs Jahren müssten die volle Kurtaxe zahlen – eine Praxis, die Kell für ungewöhnlich hält: „Das gibt es, glaube ich, nirgends in der krassen Form. Selbst beim Frühstück berechnet man in der Regel erst ab 12 Jahren.“

Parkgebühren im Winter als kontraproduktiv empfunden

Weiterhin kritisiert der Unternehmer die Parkgebühren-Politik der Gemeinde: „Dass von November bis Ostern Parkgebühren bei uns im Ort erhoben werden, statt wie in anderen Orten eine Zeit lang darauf zu verzichten in den schwachen Monaten, das sei kontraproduktiv.“

Diese Entscheidung des Gemeinderats könne man nun nicht mehr ändern, doch ausbaden müssten sie alle, die vom Tourismus leben wollen. Kell hofft auf ein Umdenken in manchen Entscheidungen „für Einheimische und Gäste“.

Personalmangel trotz attraktiver Angebote

Auch die Personalsituation bereitet dem Unternehmer Sorgen. Trotz eines Stundenlohns von 18 Euro, kostenlosem Essen und weiteren Vergünstigungen finde er kaum Mitarbeiter. „So mancher merkt, dass es sich in der sozialen Hängematte dieses Staates besser leben lässt, als sein Geld selbst zu verdienen“, blickt Kell kritisch in Richtung Berliner Politik.

Dennoch freut sich der Klinker auf die kommende Saison und viele Gäste in seiner Bauernscheune, die mittlerweile auch über 60 Hotelbetten verfügt. Die neue Schrankenanlage soll dabei helfen, dass seine Besucher wieder ausreichend Parkplätze vorfinden.

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