Tourismuskoordinator Ploß fordert FIFA zu mehr Sicherheit bei WM in Mexiko auf
Nach den gewaltsamen Unruhen im WM-Gastgeberland Mexiko hat der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, den Fußball-Weltverband FIFA in die Pflicht genommen. Der CDU-Politiker reagiert damit auf die jüngsten Ausschreitungen in dem nordamerikanischen Land, das gemeinsam mit den USA und Kanada die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausrichtet.
FIFA muss Sicherheitsvorgaben durchsetzen
In einem Interview mit dem Handelsblatt forderte Ploß klare Maßnahmen: "Die FIFA muss in Zusammenarbeit mit den Regierungen Kanadas, der USA und Mexikos sicherstellen, dass Fans nicht gefährdet und die Sicherheitsvorgaben durch die Gastgeberländer eingehalten werden", erklärte der Politiker. Mexiko ist vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 einer der drei Austragungsorte des Großevents.
Hintergrund: Gewaltwelle nach Tod von Drogenboss
Die aktuelle Situation in Mexiko ist angespannt. In den vergangenen Tagen erlebte das Land eine massive Gewaltwelle, nachdem der berüchtigte Drogenboss Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes bei einem Militäreinsatz getötet worden war. Die mexikanischen Behörden reagierten mit der Entsendung von insgesamt 10.000 Soldaten.
Bei den Kämpfen und darauffolgenden Ausschreitungen kamen nach offiziellen Angaben mindestens 27 Angehörige der mexikanischen Sicherheitskräfte und 46 mutmaßliche Bandenmitglieder ums Leben. Besonders betroffen war die Millionenstadt Guadalajara, die auch als WM-Austragungsort vorgesehen ist. In 20 der 32 Bundesstaaten Mexikos kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Deutsche Mannschaft könnte nach Mexiko reisen
Für deutsche Fußballfans ist die Sicherheitslage von besonderer Bedeutung. Zwar bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihre drei Gruppenspiele zunächst in den USA und Kanada, doch der weitere Turnierweg könnte das Team durchaus auch nach Mexiko führen. Dies macht die aktuelle Diskussion um Sicherheitsmaßnahmen besonders relevant.
Bundesregierung behält Lage im Blick
Ploß betonte, dass der "Schutz deutscher Touristen" für die Bundesregierung eine "sehr hohe Priorität" besitze. Man werde die Sicherheitslage in den Ausrichterländern daher "kontinuierlich im Blick behalten" und Reisende regelmäßig informieren. Der Tourismuskoordinator verwies konkret auf Informationsmöglichkeiten: "Touristen, die zur WM reisen wollen, können sich vorab auf den Seiten des Auswärtigen Amtes informieren", so Ploß.
Die Bundesregierung zeigt sich damit wachsam angesichts der unsicheren Lage in Mexiko. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, welche konkreten Sicherheitsmaßnahmen die FIFA in Zusammenarbeit mit den Gastgeberländern umsetzen wird, um ein sicheres WM-Erlebnis für alle Beteiligten zu gewährleisten.



