Radler aus Jägerhof beenden ihre abenteuerliche Kuba-Tour mit unvergesslichen Erlebnissen
Radler aus Jägerhof beenden Kuba-Tour mit unvergesslichen Erlebnissen

Radler aus Jägerhof beenden ihre abenteuerliche Kuba-Tour mit unvergesslichen Erlebnissen

Dieter Vibrans aus Jägerhof bei Waren ist ein Mann, der die Welt auf seine eigene Art entdecken möchte. Der 73-Jährige verzichtet auf Katalogreisen und setzt stattdessen auf sein Fahrrad als Verkehrsmittel. Gemeinsam mit seiner Nichte Susanne, 41 Jahre alt, ist er nun nach einer vierwöchigen Radtour durch Kuba dabei, seine letzte Etappe anzutreten. Ihre Reise, die bald zu Ende geht, war geprägt von intensiven Erlebnissen, die sie in einem detaillierten Reisetagebuch festgehalten haben.

Einblicke in den kubanischen Tabakanbau und politische Gespräche

Während ihrer Tour wechselten die beiden Radfahrer gelegentlich die Gangart und ritten auf Pferden durch Tabakfelder, umgeben von malerischen Bergen, Palmen und traditionellen Holzhäusern. Susanne Vibrans berichtet, dass sie viel über den Kaffee- und Tabakanbau gelernt haben. Zigarren seien neben Rum ein wichtiges Exportprodukt für den kubanischen Staat. Der Tabakanbau erfordere besondere klimatische Bedingungen und konzentriere sich daher vorwiegend auf den Westen der Insel. Jeder Farmer müsse 90 Prozent seiner Ernte an den Staat verkaufen, ein Prozess, der streng überwacht werde. Nach der Ernte folge ein dreimonatiger Trocknungsprozess, bevor die stark nikotinhaltige Blattader entfernt werde, die beispielsweise als Insektizid weiterverwendet werden könne. Ein geringer Nikotinanteil in der Zigarre bedeute weniger Suchtgefahr und mehr Genuss.

Bei einem Besuch einer Tropfsteinhöhle trafen sie auf Alejandro, einen ehemaligen Englischlehrer, der nun für ein Tourunternehmen arbeitet. Zwischen ihm und Dieter Vibrans entspann sich eine hitzige politische Diskussion über die Zukunft Kubas. Alejandro beklagte Korruption in der Regierung, Ungleichheiten in der Lebensmittelverteilung und fehlende Reformen. Er äußerte den Wunsch nach einem Kompromiss mit den USA. Dieter Vibrans schilderte die Folgen der politischen Wende in der ehemaligen DDR und warnte vor falschen Hoffnungen, falls die Amerikaner einen Sturz des Kommunismus erwirkten. Alejandro schwärmte hingegen von alten Zeiten unter Fidel Castro. Zudem berichtete er von einem eingetroffenen russischen Tankerschiff, was die Hoffnung auf eine bessere Treibstoffversorgung weckte, die seit Februar aufgrund einer Energie- und Wirtschaftskrise knapp sei.

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Unverhoffte Verlängerung und alltägliche Herausforderungen

Eine erfreuliche Nachricht erreichte die Reisenden am nächsten Tag: Kuba bot ihnen Flugplätze zwei Tage später als ursprünglich geplant an, was ihnen eine entspannte Weiterfahrt nach Havanna ermöglichte. Susanne Vibrans schildert den Alltag in Kuba, etwa in Santa Lucia, wo es kein Brot zu kaufen gab. Eine alte Frau zeigte ihr stattdessen Salzcracker, die als Ersatz dienten. Die beiden kauften Gemüse ein und bestellten zum Abendbrot eine Pizza und ein Omelettbrötchen. Später suchten sie eine Fahrradwerkstatt auf, um eine Luftmatratze reparieren zu lassen. Die Genialität des Werkstattbesitzers beeindruckte sie: Mit einem umfunktionierten Bügeleisen, das an der Wand hing und über einen Kippschalter mit Strom versorgt wurde, presste er einen Flicken aus einem alten Schlauch auf die beschädigte Stelle. Diese kreative Lösung führte zum Erfolg, und die Matratze war wieder einsatzbereit.

Besondere Naturerlebnisse und Übernachtungen an ungewöhnlichen Orten

Kurz vor der Abfahrt erlebten Dieter und Susanne Vibrans ein besonderes Naturhighlight: Sie entdeckten ein Kolibriweibchen, das von einem Männchen in einer nahen Hecke gefüttert wurde. Diese unerwartete Begegnung mit den winzigen Vögeln gehört zu ihren schönsten Reiseerinnerungen. Anschließend radelten sie vorbei an Mangroven zu einer Halbinsel, wo sie in einem alten amerikanischen Leuchtturm übernachteten – ein weiteres ungewöhnliches Quartier auf ihrer abenteuerlichen Tour. Nach mehr als vier Wochen voller intensiver Eindrücke planen die beiden Radfahrer nun ihre Heimkehr, bereichert durch unvergessliche Momente und tiefe Einblicke in die kubanische Kultur und Gesellschaft.

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