Bali im Ausnahmezustand: Regenchaos zwingt zu Massenevakuierungen in Touristenhochburgen
Statt Sonne, Strand und Erholung erleben Einheimische und Urlauber auf Bali derzeit ein dramatisches Naturereignis: Sintflutartige Regenfälle haben weite Teile der indonesischen Insel überflutet und zu umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen geführt. Besonders im Süden rund um die beliebten Urlaubsorte Kuta, Legian, Seminyak, Sanur und Canggu stehen Hotels, Gästehäuser und Villen nach anhaltendem tropischem Dauerregen teils hüfthoch unter Wasser.
Evakuierung im Schlauchboot statt Strandspaziergang
Die Zeitung „Bali Sun“ berichtet, dass die Insel eine der heftigsten Regenzeiten seit Jahren erlebt. Einsatzkräfte mussten mit Schlauchbooten zahlreiche Bewohner und Dutzende Reisende in Sicherheit bringen. Anwohner nutzten lokalen Medien zufolge teilweise Surfbretter und Kajaks, um sich selbst und ihre Haustiere vor den Fluten zu retten. Die Behörden meldeten auch mehrere Erdrutsche und umgestürzte Bäume, die zusätzliche Gefahren darstellen.
Reisepläne werden durch Hochwasser durchkreuzt
Für viele Urlauber bedeutet das Hochwasser verlegte Unterkünfte und geänderte Reisepläne. Gäste wurden teilweise in andere Hotels umquartiert, andere brachen ihren Aufenthalt vorzeitig ab. Entlang des Badung-Flusses heulten in der Nacht Sirenen, die vor weiter steigenden Pegeln warnten. Zudem wird vor erheblichen Verkehrsbehinderungen auf dem Weg zum Flughafen Ngurah Rai gewarnt – Reisende sollen deutlich mehr Zeit einplanen, um ihre Abreise zu organisieren.
Heftiger Regen möglicherweise bis April
Der Starkregen hatte am Wochenende eingesetzt und zu Wochenbeginn noch zugenommen. Die örtliche Wetterbehörde warnt vor weiteren kräftigen Schauern, die möglicherweise bis in den April andauern könnten. Eigentlich sind die Monate von Dezember bis Februar die regenreichsten, danach klingen die Monsun-Niederschläge normalerweise langsam ab. Doch in diesem Jahr hat die Regenzeit Bali ungewöhnlich früh und besonders heftig getroffen, was Experten auf klimatische Veränderungen zurückführen.
Touristische Hochburg mit massiven Auswirkungen
Die „Insel der Götter“ zählt zu den beliebtesten Reisezielen Südostasiens und lockt mit Surfer-Stränden, Reisterrassen, hinduistischen Tempeln, Yoga-Retreats und vergleichsweise günstigen Preisen Besucher aus aller Welt an. Nach Angaben der Provinzverwaltung reisten 2025 rund 7,1 Millionen internationale Gäste nach Bali – bei einer Einwohnerzahl von nur etwas mehr als vier Millionen. Die aktuellen Überschwemmungen stellen somit nicht nur eine humanitäre Krise dar, sondern haben auch erhebliche wirtschaftliche Folgen für die stark vom Tourismus abhängige Region.



