Sachsen-Anhalts Tourismus-Highlights 2026: Rekordzahlen und neue Attraktionen
Von historischen Dampfloks über filmreife Schlosskulissen bis hin zu Weltkulturerbestätten: Sachsen-Anhalt präsentiert sich als vielfältiges Reiseziel mit beeindruckenden Besucherrekorden. Die aktuellen Zahlen für 2025 zeigen, welche Orte besonders gefragt waren – und geben einen Ausblick auf die spannendsten Entwicklungen für das Jahr 2026.
Harzer Schmalspurbahnen: Der unangefochtene Spitzenreiter
Die Harzer Schmalspurbahnen bleiben die absolute Touristenattraktion in Sachsen-Anhalt. Obwohl die endgültigen Zahlen für 2025 noch nicht vollständig vorliegen, rechnet Dirk Bahnsen, Leiter der Unternehmenskommunikation, mit über 1,1 Millionen Fahrgästen. Bereits 2024 verzeichnete das Unternehmen 1,14 Millionen Passagiere. Die Fahrt mit der Dampflok auf den Brocken entwickelt sich trotz finanzieller Herausforderungen zum echten Dauerbrenner für Besucher aus ganz Deutschland.
Schloss Wernigerode: Filmhype bringt Rekordbesuch
Einen bemerkenswerten Aufwärtstrend verzeichnet das Schloss Wernigerode im Harz. Mit 281.000 Besuchern erreichte die Märchenburg 2025 den höchsten Wert seit 1990. Geschäftsführer Christian Juranek spricht von einem „neuen Rekord“ und einem „unglaublichen Hype“. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Rolle als Drehort der erfolgreichen Filmreihe „Die Schule der magischen Tiere“. Kinder seien so begeistert, die originalen Filmkulissen zu sehen, dass sie regelrecht ihre Familien mitreißen würden. Trotz umfangreicher und millionenschwerer Umbauarbeiten strömen die Gäste weiterhin in die Harzstadt.
Zoo Halle und Elbauenpark: Stabile Besuchermagnete
Der Bergzoo Halle positioniert sich mit 293.000 Besuchern als bedeutende Touristenattraktion, auch wenn die Magischen Lichterwelten zuletzt weniger Menschen anzogen als erwartet. Aktuell plant der Zoo eine Festwoche zum 125-jährigen Jubiläum zu Pfingsten. Parallel laufen die Vorbereitungen für das ambitionierte 19,1-Millionen-Euro-Projekt „Bergzoo 2031“, das einen neuen Eingang an der Saale vorsieht. In Kooperation mit dem Saaleradweg und einer geplanten kostenfreien Kletter- und Erlebniswelt verspricht die Zukunft spannende Entwicklungen.
In Magdeburg behauptet sich der Zoo Magdeburg stabil mit 250.000 Gästen, während der Elbauenpark als publikumsstärkste Freizeiteinrichtung der Landeshauptstadt mit 468.000 Besuchern glänzt. Geschäftsführer Steffen Schüller betont das Wachstumsziel: „Als besucherstärkste Freizeiteinrichtung der Landeshauptstadt wollen wir weiter wachsen.“ Ein neuer Rahmenplan sieht unter anderem Adventure-Minigolf, eine Themenspiellandschaft „Ozeanien“ und zusätzliche Kinderattraktionen vor. Bereits jetzt sorgen Rutschenturm, Klettervulkan, Jahrtausendturm und große Festivals dafür, dass Familien problemlos einen ganzen Tag im Park verbringen können.
Weltkulturerbe und kulturelle Highlights
Die kulturellen Schätze Sachsen-Anhalts zeigen unterschiedliche Entwicklungen: Der Naumburger Dom im Süden des Landes verzeichnete 116.292 Besucher und bleibt damit trotz Diskussionen um den Welterbestatus nahezu auf Vorjahresniveau. Die Stiftung Luthergedenkstätten meldet dagegen einen deutlichen Zuwachs von mehr als 14 Prozent auf über 92.000 Besucher in den Luthermuseen in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld. Sprecher Johannes Killyen blickt optimistisch auf 2026: „Da feiern wir 30 Jahre Weltkulturerbe.“
Einen bemerkenswerten Aufwärtstrend verzeichnet das Bauhaus Dessau mit 178.597 Besuchern (2024: 158.000). Die Architekturgeschichte zieht also weiter – und das Jubiläumsjahr verspricht besondere Höhepunkte. Am 28. März eröffnet die Stiftung Bauhaus Dessau ihr Jubiläumsprogramm mit einem großen Begleitwochenende. Im Gartenreich Dessau-Wörlitz sank die Besucherzahl dagegen auf 67.180 (2024: 74.829), was unter anderem auf verzögerte Gondelfahrten aufgrund von Bauarbeiten zurückzuführen ist. Dennoch bleibt das Unesco-Ensemble ein Klassiker, besonders im Frühling.
Wissenschaft, Sekt und Abenteuer
Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle verzeichnete 2025 mit 79.554 Besuchern einen leichten Rückgang gegenüber 2024 (90.983). Sprecher Oliver Dietrich verweist jedoch auf stabile Langfristwerte und kündigt die Sonderausstellung „Die Schamanin“ ab 27. März an. Das neugebaute Planetarium in Halle zählte fast 100.000 Gäste – ein starkes Signal für die Wissenschaftsvermittlung, besonders bei jungen Menschen.
Die Rotkäppchen Erlebniswelt in Freyburg im Burgenlandkreis kommt auf rund 80.000 Gäste, 5.000 mehr als im Vorjahr. Chefin Wiesner zeigt sich sehr zufrieden und nennt 100.000 Besucher als Ziel. 2026 feiert das Unternehmen sein 170-jähriges Bestehen – es geht also prickelnd weiter.
Ausblick 2026: Jubiläen und Comebacks
Für das Jahr 2026 empfehlen sich besonders die Rekordorte: Schloss Wernigerode mit seinem Film-Flair, eine Dampffahrt im Harz oder das jubilierende Bauhaus in Dessau. Ein besonderer Blick lohnt sich auf die Burg Falkenstein im Harz: Nach einem unerwarteten Mauerabsturz musste sie 2025 komplett schließen – dabei kamen 2024 noch 65.766 Gäste. Die Wiedereröffnung ist für Ende März anvisiert. Für Burgenfans könnte dieses Comeback einer der spannendsten Termine des Jahres werden.
Die vielfältige Mischung aus historischen Schätzen, familienfreundlichen Attraktionen und kulturellen Highlights macht Sachsen-Anhalt zu einem lohnenswerten Reiseziel für 2026.



