Die Speedway-Familie traf sich in Güstrow zum WGG-Tag des offenen Stadions am Herrentag. Neben spannenden Einblicken hinter die Kulissen gab es auch die brandaktuelle Information zum 49. Güstrower Pfingstpokal am 24. Mai. Das Fahrerfeld liest sich wie ein Who-is-Who der internationalen und nationalen Speedway-Szene.
Prominente Fahrer für den Pfingstpokal
Bereits bekannt war, dass der Russe Emil Sajfutdinov, mehrfacher Team-Weltmeister, antreten wird. Er bringt seinen Landsmann Artem Laguta, Weltmeister 2021, mit. Dazu gesellen sich die Pfingstpokalsieger Rasmus Jensen und Nicolai Klindt aus Dänemark, der Australier Ron Tungate, der Schwede Oliver Berntzon sowie die dänischen Nachwuchs-Piloten Mikkel Andersen und Villads Nagel, die in Güstrow unter Vertrag stehen. Sehr gut aufgestellt ist das deutsche Aufgebot mit dem deutschen Meister Norick Blödorn, Kai Huckenbeck, Kevin Wölbert und Güstrows Bundesliga-Kapitän Valentin Grobauer. Aus dem Güstrower Nachwuchs kommt Tyler Haupt ins Feld.
Großer Andrang trotz Aprilwetters
Trotz des regnerischen Wetters waren die Veranstalter sehr zufrieden. „Es war ein schöner Tag. Wir haben dazu unseren Beitrag geleistet. Es kamen wieder viele Menschen zusammen, die glücklich nach Hause gegangen sind“, resümierte Christian Gierke, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Güstrow (WGG), die den Tag mit dem MC Güstrow präsentierte. Dazu kamen viele Partner und Helfer wie das Technische Hilfswerk und der Landessportbund. „Wir sind stolz auf die Resonanz und immer wieder froh, dass unser Angebot, vor allem von Familien, so gut angenommen wird. Besonderer Dank gebührt dafür der WGG“, bilanzierte Thomas Koch, zweiter Vorsitzender.
Kinder im Mittelpunkt
Großen Anklang fand die Idee der WGG des Fototermins mit einer Speedway-Maschine. Yannes Wallenta, sieben Jahre, und Vater Yves Grigull aus Rethwisch ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, eine besondere Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Milo Potratz, ebenfalls sieben Jahre, kam im grün-gelben MC-Torros-T-Shirt und wollte unbedingt Autogramme. „Wir sind so oft es geht in Güstrow“, erzählte Mutter Beatrix, die mit dem Teterower Bergring aufgewachsen ist. Der Teterower Danny Knakowski und Güstrows Nachwuchs-Talent Carlos Gennerich unterschrieben gerne. Überhaupt waren es Kinder und Jugendliche, die neugierig im Fahrerlager hinter die Kulissen schauten.
Historische Maschinen und alte Hasen
In den Boxen gab es viel Fahrer-Kompetenz, darunter Strategen aus vergangenen Zeiten. Marian Kreklau, einer aus der früheren deutschen Mini-Garde der Eisspeedway-Cracks, war mit seiner „Feierabend-Crew“ nach Güstrow gekommen. Mit dem Seitenwagen drehte der Mierendorfer mit Thomas Becker Runden. Sein Parchimer Beifahrer verletzte sich leider. Dafür sprang Torsten Sell aus Diekhof ein. Mit einem Hobby- und Testfahrer, wie Egon Wedhorn schmunzelnd erzählte, standen die Güstrower Speedway-Fans Ben Prange (11), Johanna Schröder (12) und Sophia Hiller (11) an seiner alten, verdienten Zwei-Ventiler-ESO-Maschine. Der 66-Jährige aus Groß Roge ist seit über 50 Jahren mit dem Speedway verbunden. Bekannt war er als Mechaniker von Werner Mell, einer der bekanntesten Güstrower Fahrer. Der hatte ihn am Herrentag auch nach Güstrow gelotst.
Sportmobil begeistert mit Balance- und Geschick-Stationen
In Familie kamen Mia Celine (10), Leon Moris (5) und Emily Michelle (11) mit ihrer Mutter Nicole Maas und Tante Mandy Dühmke ins Stadion. Alle waren begeistert und haben sich vorgenommen, sich mal ein Rennen anzuschauen. Madeleine Gütschow und Sohn Theo (4) aus Teterow sowie Franziska Peters mit Tochter Liliana Malou aus Groß Upahl verweilten gerne beim Sportmobil des Landessportbundes. Hier gab es eine Balancierstrecke und weitere Stationen, bei denen Geschicklichkeit gefragt war. Ralf Böttcher, Koordinator Mobile Sportangebote, freute sich über die Teilnahme. „Dieses Angebot für jedermann sucht im Land seinesgleichen“, lobte er das Engagement des MC Güstrow und der WGG.
Vom Kinderfahrrad zum Speedway
Ein Höhepunkt war auf der kleinen Bahn im Innenring das obligatorische Fahrradrennen. Dabei war zu erfahren, dass der aktuelle Bundesliga-Trainer des MC Güstrow, Ralf Peters, als Kind im Stadion auf dem Fahrrad unterwegs war, bevor er auf eine Maschine umstieg. „Es gab sogar Mannschaften, die Teams Ost, West, Nord und Süd, in denen es zur Sache ging“, plauderte er aus dem Nähkästchen. Am Start war auch der dreijährige Rafael Possnien. Der Steppke stand schon am Band, das kein Geringerer als Joachim Mell, DDR-Speedway-Meister 1989, bediente, als ihn doch ein bisschen der Mut verließ. Da es um den Spaß ging, wartete der Startmarschall. Die Entscheidung: Rafael fuhr mit, aber mit seiner Mutter Hannah an der Seite, die mitlief. Eine der kleinen Momentaufnahmen, die dieses Güstrower Familien-Speedway-Spektakel ausmacht.



