Transatlantikflug in Gestankswolke: Influencer-Aktion löst Kabinenalarm aus
Ein vermeintlicher Scherz in über 10.000 Metern Höhe hat auf einem Transatlantikflug der kolumbianischen Fluggesellschaft Avianca für Aufruhr gesorgt. Der bekannte Influencer Yeferson Cossio (31) soll während des Fluges AV46 von Bogotá nach Madrid eine Stinkbombe gezündet haben, was zu erheblichen Störungen an Bord führte.
Panik in der Kabine des Dreamliners
Während hunderte Passagiere im Boeing 787 Dreamliner über dem Atlantik saßen, verbreitete sich plötzlich ein beißender Gestank in der gesamten Kabine. Die Besatzung war zunächst völlig überrascht von der unerklärlichen Geruchsentwicklung und begann fieberhaft nach der Ursache zu suchen. Viele Reisende hielten sich die Nasen zu, mehrere klagten über Unwohlsein und Übelkeit.
Nach Berichten der kolumbianischen Zeitung El Tiempo soll Cossio die gesamte Aktion selbst gefilmt und später in seinen sozialen Netzwerken veröffentlicht haben. Der Influencer mit 19,8 Millionen TikTok-Followern und 12,5 Millionen Instagram-Anhängern sorgte damit für einen Zwischenfall, der weit über einen simplen Streich hinausgeht.
Chemische Gerüche als Alarmsignal
In der Luftfahrt gelten unerklärliche chemische Gerüche an Bord als ernstzunehmendes Alarmsignal. Solche Vorfälle können nicht nur die Gesundheit von Passagieren und Crewmitgliedern gefährden, sondern auch auf technische Probleme am Flugzeug hinweisen. Die Lage wurde zusätzlich dadurch verschärft, dass sich die Maschine zum Zeitpunkt des Vorfalls mitten über dem Atlantik befand.
Über dem Ozean sind Ausweichmöglichkeiten extrem begrenzt, insbesondere bei medizinischen oder technischen Notfällen. Die Fluggesellschaft Avianca betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass sich das Flugzeug in einer kritischen Phase des Transatlantikfluges befunden habe, was die Situation zusätzlich verkomplizierte.
Avianca reagiert mit klaren Konsequenzen
Die kolumbianische Airline ließ keinen Zweifel an ihrer Haltung: Sicherheit habe oberste Priorität, und man dulde kein Verhalten, das Passagiere oder Besatzung gefährde oder den Flugbetrieb störe. Als erste Maßnahme wurde der Rückflug des Influencers gestrichen. Darüber hinaus kündigte Avianca weitere disziplinarische Schritte an, ohne jedoch konkrete Details zu nennen.
Experten gehen davon aus, dass Cossio mit einem dauerhaften Flugverbot bei der Airline rechnen muss. Solche Maßnahmen sind in der Luftfahrtindustrie nicht ungewöhnlich, wenn die Sicherheit an Bord bewusst gefährdet wird.
Cossios umstrittene Erklärung
Nach der Landung in Madrid wies der Influencer die Vorwürfe entschieden zurück. In einer öffentlichen Stellungnahme bestritt er, dass es sich um einen geplanten Scherz für seine Social-Media-Aktivitäten gehandelt habe. Stattdessen behauptete Cossio, das Stinkbomben-Gerät habe sich versehentlich in seinem Handgepäck aktiviert.
Von dem Gerät sei keine Gefahr ausgegangen, betonte der Kolumbianer. Der Effekt habe lediglich drei Minuten angehalten, und durch den Luftaustausch in der Kabine sei der Geruch anschließend neutralisiert worden. Diese Darstellung stieß jedoch auf breite Skepsis, insbesondere angesichts der Berichte über gefilmte Aufnahmen der Aktion.
Empörung in sozialen Netzwerken
Im Internet löste der Vorfall heftige Reaktionen aus. Viele Nutzer zeigten sich schockiert über das rücksichtslose Verhalten in 10.000 Metern Höhe. Andere warfen Cossio vor, mit immer riskanteren Aktionen Aufmerksamkeit erzeugen zu wollen, ohne Rücksicht auf die Sicherheit anderer Menschen.
Die Diskussionen in sozialen Netzwerken verdeutlichen eine wachsende Kritik an Influencern, die Grenzen überschreiten, um ihre Reichweite zu erhöhen. Der Fall Cossio wirft grundsätzliche Fragen nach Verantwortung und ethischen Standards in der Social-Media-Branche auf.
Die Fluggesellschaft Avianca bleibt indes bei ihrer klaren Linie und demonstriert mit ihren Maßnahmen, dass Sicherheitsverstöße an Bord nicht toleriert werden. Der Vorfall dürfte auch andere Airlines veranlassen, ihre Sicherheitsrichtlinien und Kontrollmechanismen zu überprüfen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.



