Traktor-Parade in Perleberg: Oldtimer-Saison startet mit historischen Fahrzeugen und hunderten Besuchern
Traktor-Parade in Perleberg startet Oldtimer-Saison

Traktor-Parade in Perleberg läutet Oldtimer-Saison ein

Am Eichhölzer Weg in Perleberg, direkt an der Bundesstraße 189, herrschte am Wochenende ein beeindruckendes Spektakel aus knatternden Motoren und nostalgischem Charme. Mit dem traditionellen Traktor- und Pulling-Treffen begann in der Prignitz die Saison der Oldtimer-Veranstaltungen, die mehrere hundert Besucher und Fahrzeugliebhaber anzog. Seit dem Jahr 2005 ist dieses Treffen eine feste Institution im regionalen Kalender, wie Veranstalter Nick Schröder berichtet. Er erwartete Gäste nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus den Niederlanden, die ihre historischen Schätze präsentierten.

Vielfalt historischer Fahrzeuge begeistert das Publikum

Die Palette der ausgestellten Oldtimer war breit gefächert und vereinte ost- und westdeutsche Modelle in nostalgischer Harmonie. Neben klassischen Trabis und Wartburgs fanden sich ein VW Derby aus den Baujahren 1977 bis 1985, historische Mercedes-Modelle und sogar eine BMW Isetta, die aufgrund ihrer charakteristischen Form liebevoll „Knutschkugel“ genannt wird. Gegen Mittag rollten die Fahrzeuge in einer feierlichen Parade über das Gelände, moderiert von dem erfahrenen Dieter Eckert, der seit über 25 Jahren bei solchen Veranstaltungen mitwirkt.

Dieter Eckert, der selbst eine Privatsammlung von mehr als 25 Traktoren besitzt, darunter ein ungarisches „Dutra“-Modell, führte souverän durch das Programm. „Ich moderiere rund zwanzig Treffen im Jahr“, erklärte er im Gespräch. Seine Expertise ist legendär: Bei fast allen Modellen kann er die technischen Daten aus dem Effeff rezitieren, ohne Notizen zu benötigen. „Etwa neunzig Prozent der Fahrzeuge kenne ich, nur gelegentlich sind Exoten dabei“, so Eckert, der früher Bürgermeister von Spornitz bei Parchim war und daher an öffentliche Auftritte gewöhnt ist.

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Besondere Highlights: Lanz Bulldog und seltener Moskvitch

Zu den absoluten Publikumslieblingen gehörte der Lanz Bulldog, ein Trecker, der von 1921 bis Ende der 1950er Jahre von der Heinrich Lanz AG in Mannheim produziert wurde. Adrian Rosenau aus Schönfeld präsentierte stolz sein 20-PS-Modell aus dem Jahr 1939. Das Anlassen dieses Oldtimers ist eine Wissenschaft für sich: Der Glühkopf im Motorblock muss mit einem Brenner etwa eine Viertelstunde lang zum Glühen gebracht werden, bevor das Lenkrad als Starthilfe dient, um den Motor zu starten. „Von diesem Sammlerstück geht eine besondere Faszination aus“, schwärmte Rosenau, der besonders den einzigartigen Klang schätzt. In der modernen Landwirtschaft kommt der Bulldog zwar nicht mehr zum Einsatz, aber sein nostalgischer Wert ist unbestritten.

Ein weiteres Highlight war der Moskvitch 2137, ein seltener Kombi aus sowjetischer Produktion aus dem Jahr 1978, den Ingo Berndt aus Bechlin bei Neuruppin vorführte. Dieses Modell war in der DDR nicht erhältlich, was seine Seltenheit unterstreicht. Berndt, der seit 1971 Erfahrung mit der Reparatur von Moskvitch-Fahrzeugen hat, entdeckte den Wagen vor vier Jahren über eine Internet-Kleinanzeige und schlug sofort zu. Mit einem Verbrauch von etwa zehn bis elf Litern und einem BMW-Motor ist der Oldtimer durchaus alltagstauglich und eignet sich sogar als Zugmaschine für Wohnwagen.

Frühlingswetter und gute Stimmung trotz wechselhafter Prognosen

Bei sonnigem Frühlingswetter füllte sich das Festgelände am Sonnabend schnell mit Ständen für Bier, Würstchen und Eis, während eine Hüpfburg die Kinder unterhielt. Für den Sonntag sagten die Wettervorhersagen zwar Schauer und kühlere Temperaturen voraus, doch viele Oldtimer-Fans ließen sich davon die Laune nicht verderben. Die Wettbewerbe, darunter das Pulling der Oldtimer und Wertungen in dreiundzwanzig Klassen, fanden am Samstagnachmittag und Sonntag statt und rundeten das Event ab.

Insgesamt bot das Traktor- und Pulling-Treffen in Perleberg einen gelungenen Auftakt in die Oldtimer-Saison, der die Begeisterung für historische Fahrzeuge und die regionale Tradition lebendig hielt. Die Mischung aus technischer Faszination, nostalgischen Erinnerungen und geselligem Beisammensein zog hunderte Besucher an und unterstrich die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Prignitz.

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