Erste Rückholflüge aus Dubai gestartet: Tui beginnt mit Evakuierung deutscher Urlauber
Nach tagelanger Unsicherheit und Angst gibt es endlich Hoffnung für die gestrandeten deutschen Urlauber in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am Dienstagmorgen starteten die ersten zivilen Maschinen Richtung Europa, nachdem der Luftraum zuvor aufgrund der militärischen Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran gesperrt war.
Airbus A380 mit über 500 Passagieren nach Frankfurt unterwegs
Ein erster Meilenstein war der Start eines Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates in Richtung Frankfurt am Main. Die Maschine hob kurz nach 9 Uhr Ortszeit in Dubai ab – mit etwa 20 Minuten Verspätung, aber immerhin erfolgreich. An Bord befinden sich mehr als 500 Urlauber, die nach den dramatischen Ereignissen der vergangenen Tage endlich in Sicherheit gebracht werden. Die Landung in Deutschland wird für kurz vor 13 Uhr erwartet.
Bei Flightradar ist deutlich zu erkennen, wie der zivile Luftverkehr in der Region langsam wieder anläuft. Neben dem Flug nach Frankfurt starteten weitere Maschinen Richtung Manchester, London und Paris. Alle Flugzeuge nehmen eine Route weit im Süden über die arabische Halbinsel, um möglichen Gefahrenzonen auszuweichen.
Touristen in Todesangst nach Raketenangriffen
Die Situation für die Urlauber war extrem angespannt. Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Samstag hingen Zehntausende Menschen in den Urlaubsorten der Emirate fest. Die Lage verschärfte sich, als der Iran mit Raketen- und Drohnenangriffen zurückschlug, die auch Hotels und den Flughafen von Dubai trafen. Viele Touristen befanden sich in Todesangst.
Italien hatte bereits am Montag die ersten 98 Staatsbürger ausgeflogen. Die Bundesregierung hingegen setzt auf die Initiative der Fluglinien und hat keine eigenen Evakuierungsflüge geplant. Am Montag war lediglich eine leere Lufthansa-Maschine nach Deutschland gestartet – ein rein technischer Überflug ohne Passagiere, da laut Airline das notwendige Bordpersonal fehlte.
Tui startet Rückführungsaktion mit Partner-Airlines
Der deutsche Reisekonzern Tui will nun die Rückholaktion für seine Gäste koordinieren. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können“, erklärte Vorstandschef Sebastian Ebel gegenüber N-TV. Erste Flüge sollen nach München gehen.
Das Unternehmen plant, gemeinsam mit den Partner-Airlines Emirates, Qatar Airways und Etihad binnen weniger Tage alle gestrandeten Urlauber nach Deutschland zurückzubringen. Zusätzlich stehen eigene Flugzeuge von TUI fly bereit. „Diese sind standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen“, so Ebel. Die Geschwindigkeit der Rückführung hänge jedoch maßgeblich von der weiteren Sicherheitslage in der Region ab.
Die Öffnung des Luftraums markiert einen wichtigen Schritt zur Normalisierung, doch die Spannungen im Nahen Osten bleiben hoch. Für die deutschen Urlauber bedeutet jeder Start Richtung Heimat ein Stück mehr Sicherheit nach Tagen der Ungewissheit.



