Tui Cruises streicht Orientrouten: Kriegslage im Iran zwingt zu Winterplanänderungen
Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf die Kreuzfahrtindustrie. Tui Cruises hat nun offiziell bestätigt, dass alle geplanten Orientrouten für die kommende Wintersaison 2026/27 abgesagt werden müssen. Diese Entscheidung betrifft insbesondere das neueste Schiff der Flotte, die „Mein Schiff Flow“, die zwischen Oktober 2026 und Mai 2027 eigentlich im Persischen Golf unterwegs sein sollte.
Neue Routen nach Nord- und Westeuropa
Statt der ursprünglich vorgesehenen Reisen zu Zielen wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman wird die „Mein Schiff Flow“ nun alternative Routen nach Nord- und Westeuropa anbieten. Geplant sind nun Kreuzfahrten nach Norwegen sowie in Richtung der Kanarischen Inseln. Diese neu konzipierten Reisen werden laut Unternehmensangaben ab Ende April 2026 buchbar sein.
Alle bereits gebuchten Gäste sowie die entsprechenden Reisebüropartner wurden über diese Änderungen informiert. Die Reederei betont, dass sie frühzeitig Klarheit schaffen wollte, um Planungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Zwei Schiffe weiterhin im Persischen Golf fest
Die aktuelle Situation ist für Tui Cruises besonders kritisch, da bereits zwei weitere Schiffe der Reederei seit längerer Zeit im Persischen Golf festsitzen. Die „Mein Schiff 4“ liegt derzeit in Abu Dhabi vor Anker, während die „Mein Schiff 5“ in Doha stationiert ist. Beide Schiffe können die Region aufgrund der angespannten Sicherheitslage rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht verlassen.
Mehrere bereits geplante Kreuzfahrten mit diesen beiden Schiffen mussten in den vergangenen Monaten bereits abgesagt werden. Die Reederei überwacht die Situation kontinuierlich, kann jedoch keine verlässliche Prognose abgeben, wann eine sichere Ausreise möglich sein wird.
Branchenweite Reaktionen auf die Krise
Tui Cruises ist bei weitem nicht das einzige Kreuzfahrtunternehmen, das auf die prekäre Lage im Nahen Osten reagieren muss. Aida Cruises hatte bereits Mitte März 2026 bekannt gegeben, dass die geplanten Orientreisen der „Aida Prima“ für den kommenden Winter gestrichen werden. Betroffene Gäste, die bis Mitte Mai 2026 auf eine alternative Reise umbuchen, erhalten laut Aida einen speziellen Bordguthabenbonus als Entschädigung.
Auch andere große Reedereien wie MSC Cruises und Costa haben bereits Kreuzfahrten in die Region für den Winter 2026/27 abgesagt. Diese branchenweiten Entscheidungen unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Sicherheitsbedenken in der Region.
Rechte der betroffenen Kreuzfahrtgäste
Für alle Reisenden, deren gebuchte Kreuzfahrt gestrichen wird, gelten klare rechtliche Regelungen. Betroffene Kunden sind nicht verpflichtet, die von den Reedereien angebotenen Umbuchungsoptionen anzunehmen. Stattdessen haben sie jederzeit das Recht, den vollen Reisepreis zurückzufordern.
Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob es sich um Direktbuchungen bei der Reederei oder Buchungen über Reisebüros handelt. Verbraucherschützer raten betroffenen Gästen, sich frühzeitig über ihre Optionen zu informieren und gegebenenfalls schriftlich ihre Ansprüche geltend zu machen.
Die Kreuzfahrtindustrie steht vor einer herausfordernden Planungsphase, während die politische und militärische Lage im Nahen Osten weiterhin unberechenbar bleibt. Die Sicherheit von Passagieren und Crews hat für alle Reedereien oberste Priorität, was die umfassenden Routenänderungen und Absagen notwendig macht.



