Eskalation im Nahen Osten: TUI startet Rückholaktion für gestrandete Urlauber
Der Reisekonzern TUI hat angesichts der eskalierenden Lage im Nahen Osten mit der Rückholung gestrandeter Kunden begonnen. Nach Angaben von Vorstandschef Sebastian Ebel sollen die ersten Flüge bereits am Dienstag durchgeführt werden, wobei München als erstes Ziel angepeilt wird. Für die Evakuierung setzt TUI auf Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad, die den Flugverkehr in der Region teilweise wieder aufgenommen haben.
Branchenverband warnt vor langfristigen Folgen für Reisende
Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, betont die Notwendigkeit einer engen Kommunikation zwischen Reiseveranstaltern und Kunden. „Es geht darum, die Gäste zu beruhigen und transparente Kommunikation mit ihnen zu haben, damit eben keine Panik ausbricht“, erklärte sie im RBB-Inforadio. Gleichzeitig warnt sie vor wirtschaftlichen Konsequenzen für die gesamte Branche.
Durch die vorübergehende Schließung wichtiger Drehkreuze wie der Flughäfen in Dubai und Doha sowie gesperrter Lufträume entstehe eine große Unsicherheit im Reiseverkehr. Budde sieht die Gefahr, dass Unternehmen steigende Kosten – beispielsweise durch höhere Ölpreise – in Zukunft an die Kunden weitergeben müssten, was langfristig zu teureren Reisen führen könnte.
Umfang der Betroffenen und Rückholzeitraum
Wie viele Menschen sich genau in der Region aufhalten, gab Ebel nicht preis. TUI stehe jedoch „mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt“. Die Dauer der Rückholaktion hänge maßgeblich von der Sicherheitslage ab, doch der Vorstandschef rechnet damit, dass der Prozess mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Neben den Partner-Airlines stehen auch eigene Flugzeuge von TUI fly bereit, die sofort einsatzfähig sind, sobald die notwendigen Erlaubnisse vorliegen.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind aktuell rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter von der Krise betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bezeichnet diese Zahl als „eine einigermaßen verlässliche Größe“. Die Eskalation begann nach dem Angriff der USA und Israel auf Iran am vergangenen Samstag und anschließenden Gegenangriffen, die Zehntausende Menschen in der Region festsetzen ließen.
Die Reisebranche steht somit vor einer doppelten Herausforderung: Die unmittelbare Rückholung gestrandeter Urlauber und die Bewältigung langfristiger wirtschaftlicher Folgen. Während TUI und andere Veranstalter die Evakuierung koordinieren, bereiten sich Unternehmen bereits auf mögliche Preisanpassungen vor, die Verbraucher in Zukunft spüren könnten.



