Ultimatum für Politiker-Jet: Boeing 727 rostet seit 19 Jahren auf Flughafen Faro
Ultimatum für Politiker-Jet: Boeing rostet seit 19 Jahren

Ultimatum für Politiker-Jet: Boeing 727 rostet seit 19 Jahren auf Flughafen Faro

Seit fast zwei Jahrzehnten steht eine verlassene Boeing 727 wie ein Geisterflieger am Rand der Rollbahn des Flughafens in Faro, Portugal. Für ihren Besitzer, den kongolesischen Politiker Jean-Pierre Bemba, läuft nun die Zeit ab. Der Flughafenbetreiber ANA hat ein Ultimatum gestellt: Innerhalb von 60 Tagen muss das Flugzeug abgeholt werden, andernfalls droht die Verschrottung.

Historischer Hintergrund: Von der Flucht zur Vergessenheit

Die Boeing 727-100 parkt seit dem 11. April 2007 in Faro, wie das Fachportal „aeroTELEGRAPH“ berichtet. Damals reiste Bemba aus dem Kongo nach Portugal, angeblich um eine Beinverletzung behandeln zu lassen. Kurz zuvor war es in seiner Heimat zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und kongolesischen Soldaten gekommen. Der ehemalige Rebellenchef und spätere Politiker kehrte nach dieser Reise zunächst nicht zurück.

Stattdessen wurde Bemba 2008 in Brüssel mit internationalem Haftbefehl festgenommen. Ihm wurden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, da seine Truppen zwischen 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik Vergewaltigungen und Morde begangen haben sollen. 2016 verurteilte ihn der Internationale Strafgerichtshof zu 18 Jahren Haft, doch 2018 erfolgte eine überraschende Kehrtwende: Das Gericht sprach ihn frei.

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Das Flugzeug: Ein bleibendes Ärgernis

Nach seiner Freilassung reiste Bemba in den Kongo zurück, wo er inzwischen als Verkehrsminister tätig ist. Seine Boeing jedoch blieb weiterhin in Faro stehen und blockierte wertvolle Parkkapazitäten – sehr zum Ärger des Flughafenbetreibers ANA. Das Flugzeug gilt mittlerweile als nicht mehr flugfähig. Zwar sind die Triebwerke noch vorhanden, aber angeblich wurden die Flüssigkeiten nie abgelassen, was die Chancen auf eine Wiederinbetriebnahme praktisch auf null reduziert.

Neue Vorschriften und ein drohendes Ende

Portugal verschärfte 2025 die Vorschriften für abgestellte Flugzeuge. Seitdem dürfen Flughafenbetreiber Maschinen schneller entfernen, wenn sie länger als 90 Tage über die erlaubte Zeit hinaus parken. Für ANA bietet sich damit endlich die Gelegenheit, das verwaiste Flugzeug von Bemba loszuwerden.

Anfang März 2026 erhielt Bemba das Ultimatum: Er muss seine Boeing binnen 60 Tagen abholen, sonst wird sie verschrottet. Ob der Politiker reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die Maschine, die einst als Symbol seiner politischen Macht diente, könnte nun bald nur noch Schrottwert haben.

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