Venedig führt erneut Tageseintritt ein: Zehn Euro für Kurzbesucher
Venedig: Wieder 10 Euro Tageseintritt für Besucher

Venedig führt erneut Tageseintritt ein: Zehn Euro für Kurzbesucher

Die italienische Lagunenstadt Venedig verlangt seit diesem Freitag wieder Eintritt von Tagesbesuchern. Die umstrittene Regelung, die ursprünglich nur als Test deklariert war, geht damit bereits in ihre dritte Saison. An insgesamt 60 Terminen bis zum 26. Juli müssen Kurzbesucher in der Stadt mit den vielen Kanälen und Palästen erneut zur Kasse greifen.

Frühbucher profitieren von reduziertem Preis

Wer mindestens drei Tage vor seinem Besuch bucht, kommt mit einem reduzierten Preis von fünf Euro davon. Damit setzt Venedig auf Anreize für vorausschauende Planung. Die reguläre Gebühr beträgt zehn Euro pro Tag, wobei sich die Zahlungspflicht auch auf Besucher erstreckt, die sich nur für wenige Stunden in den berühmten Gassen rund um den Markusplatz und die Rialtobrücke aufhalten.

Ausweitung der Eintrittstage auf Rekordniveau

Mit 60 Tagen erreicht die Anzahl der Eintrittstage in diesem Jahr einen neuen Höchstwert. Im ersten Jahr der Einführung wurde die weltweit einmalige Gebühr an 29 Tagen fällig, im vergangenen Jahr bereits an 54 Tagen. Zumindest bleibt der Preis stabil – eine Erhöhung ist nicht vorgesehen. Übernachtungsgäste bleiben von der Tagesgebühr weiterhin ausgenommen, müssen jedoch für jede Nacht eine separate Kurtaxe entrichten.

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Umsetzung und Kontrollen bleiben herausfordernd

Vergangenes Jahr registrierten sich mehr als 720.000 Tagesbesucher, was der Stadt Einnahmen in Höhe von etwa 5,4 Millionen Euro brachte. Dennoch gelingt es vielen Besuchern immer noch, sich um den sogenannten contributo di accesso herumzumogeln. Die Kontrollen werden bislang nicht besonders streng durchgeführt, was die Effektivität der Maßnahme infrage stellt.

Ziel: Steuerung des Massentourismus

Das eingenommene Geld soll dazu beitragen, den Massentourismus in Venedig besser zu steuern und die Belastungen für die historische Stadt zu reduzieren. Kritiker argumentieren jedoch, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu reisen, da die Stadt ohnehin als teures Reiseziel gilt. Im historischen Zentrum leben heute noch annähernd 50.000 Menschen – weniger als die Stadt Hotelbetten zur Verfügung hat.

Die ersten Monate des Jahres waren für Tagesbesucher noch kostenfrei, doch mit den Ostertagen kehrt die Gebührenpflicht zurück. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltenden Bemühungen Venedigs, den Besucherstrom zu regulieren und gleichzeitig Einnahmen für die Instandhaltung der einzigartigen Kulturstätte zu generieren.

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