Europäische Reisekommission: Deutlicher Rückgang bei US-Touristen in Europa
Weniger US-Touristen reisen nach Europa - ETC-Bericht

Europäische Reisekommission verzeichnet deutlichen Rückgang bei US-Touristen

Die traditionell starke Reiseverbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa zeigt erste Risse. Ein aktueller Bericht der Europäischen Reisekommission (ETC) offenbart eine besorgniserregende Entwicklung: Immer weniger US-Amerikaner planen für das Jahr 2026 eine Reise nach Europa. Diese Entwicklung markiert einen deutlichen Kontrast zu den vergangenen Jahrzehnten, in denen der transatlantische Tourismusverkehr als selbstverständlich galt.

Statistiken belegen den Abwärtstrend

Laut dem umfassenden ETC-Report planen aktuell nur noch 34 Prozent der US-Bevölkerung eine Europareise in diesem Jahr. Diese Zahl stellt einen Rückgang von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr dar und sogar einen dramatischen Einbruch von elf Prozent im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahr 2024. Die Untersuchung basiert auf repräsentativen Befragungen, die zwischen dem 1. und 12. Dezember 2025 durchgeführt wurden.

Die Datenerhebung umfasste jeweils 1.000 Personen aus sieben bedeutenden Herkunftsländern im Alter von 18 bis 70 Jahren. Neben den USA wurden auch Reisende aus China, Brasilien, Australien, Kanada, Südkorea und Japan befragt, um ein umfassendes internationales Bild zu erhalten.

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Flugbuchungen bestätigen den negativen Trend

Aktuelle Buchungszahlen untermauern die besorgniserregende Entwicklung. Das renommierte Reiseportal The Travel berichtet von einem signifikanten Rückgang der Flugbuchungen aus den USA nach Europa. Zwischen dem 7. Oktober 2025 und Ende Januar 2026 verzeichnete man einen Rückgang von 7,3 Prozent bei Transatlantikflügen.

Diese Daten stützen sich auf die Analysen des Luftfahrt-Experten Cirium, der regelmäßig die globale Flugbuchungsentwicklung beobachtet. Allerdings gibt es auch gegenteilige Stimmen aus der Reisebranche. Das Fachportal Travel Weekly zitiert mehrere US-Reiseanbieter, die weiterhin steigende Buchungszahlen für Europa verzeichnen und keine nennenswerten Stornierungswellen beobachten.

Genereller Rückgang bei Langstreckenreisen

Besonders auffällig ist der generelle Trend bei Fernreisen unter US-Amerikanern. Nur noch 50 Prozent der Befragten planen überhaupt eine Langstreckenreise für das Jahr 2026. Im Vergleich zum Vorjahr mit 53 Prozent und dem Jahr 2024 mit 60 Prozent zeigt sich hier ein kontinuierlicher Abwärtstrend.

In diesem Zusammenhang wird in Reisekreisen zunehmend vom Phänomen des American Shame gesprochen. Dieser Begriff beschreibt die wachsende Sorge vieler US-Reisender, im Ausland für die politischen Entscheidungen und Handlungen der eigenen Regierung kritisiert oder verurteilt zu werden.

Wertefragen und wirtschaftliche Faktoren

Der ETC-Bericht beleuchtet auch die Rolle von Wertvorstellungen bei Reiseentscheidungen. Für 47 Prozent der befragten US-Amerikaner ist es wichtig, dass am Reiseziel ähnliche Werte wie in der Heimat gelebt werden. Themen wie Nachhaltigkeit, Inklusion und Gleichberechtigung gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

Allerdings stehen für mehr als die Hälfte der Reisenden weiterhin klassische touristische Attraktionen im Vordergrund. Die Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass das zunehmende Auseinanderdriften der Wertesysteme zwischen der Europäischen Union und den USA durchaus Einfluss auf Reiseentscheidungen nehmen könnte.

Doch laut der Europäischen Reisekommission ist der Hauptgrund für den Rückgang bei Europareisen ein anderer: Finanzielle Überlegungen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, aufgrund zu hoher Reisekosten auf Langstreckenreisen verzichten zu wollen. Die gestiegenen Preise für Flüge, Unterkünfte und allgemeine Reisekosten scheinen viele potenzielle Touristen abzuschrecken.

Branchenreaktionen und Zukunftsperspektiven

Während einige Reiseanbieter weiterhin positive Entwicklungen melden, zeigt der ETC-Bericht deutlich, dass die europäische Tourismusbranche vor Herausforderungen steht. Die Kombination aus wirtschaftlichen Faktoren, veränderten Wertvorstellungen und generell sinkendem Interesse an Fernreisen könnte langfristige Auswirkungen auf den transatlantischen Tourismus haben.

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Die Europäische Reisekommission betont die Notwendigkeit, diese Entwicklungen genau zu beobachten und gegebenenfalls gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Attraktivität Europas als Reiseziel für US-Touristen zu erhalten oder sogar zu steigern.