Mietwagenfirma 123-Transporter pleite: Tausende Kunden um Kautionen geprellt
Die Mietwagenfirma 123-Transporter, die in Deutschland und Österreich aktiv war, hat zahlreiche Kunden mit vermeintlich günstigen Angeboten getäuscht und sie anschließend mit versteckten Kosten, horrenden Gebühren bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und heimlicher GPS-Überwachung abgezockt. Seit dem Herbst ist die deutsche Niederlassung des Unternehmens pleite, und nach Angaben der Insolvenzverwalter gibt es viele geschädigte Kunden, die auf ihr Geld warten.
Insolvenzverfahren und massive Forderungen
Das Amtsgericht Deggendorf in Bayern ordnete am 8. Oktober das vorläufige Insolvenzverfahren über die „123 Shared Mobility Germany GmbH“ an (Aktenzeichen IN 143/25). Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl bestellt. Inzwischen wurde die Firma aufgelöst. Auf Anfrage erklärte ein Anwalt aus der Kanzlei: „Bislang haben über 2000 Gläubiger, bei denen es sich zum Großteil um ehemalige Kunden des Unternehmens handelt, Forderungen angemeldet. Die erste Gläubigerversammlung vor dem Insolvenzgericht ist am 06. März erfolgt.“
Kunden, die bei dem windigen Unternehmen einen Transporter mieteten, mussten eine Kaution zahlen. Beim Großteil der Gläubiger handelt es sich um Kunden mit offenen Kautionsforderungen. „Dementsprechend liegen die angemeldeten Beträge regelmäßig zwischen 500 und 1.000 Euro. Durch verschiedene Geschäftspartner wurden auch höhere Beträge angemeldet“, so die Rechtsanwaltskanzlei. Beim deutschen Insolvenzverwalter wurden Forderungen von über 3 Millionen Euro angemeldet. In Österreich reichten weitere 1500 Geschädigte Forderungen über 7,1 Millionen Euro ein.
Kautionen nicht gesichert – geringe Rückzahlungschancen
Große Hoffnung für die geprellten Kunden, dass sie ihre Kaution zurückbekommen, gibt es nicht. Denn: Das Geld lag nicht wie bei einer Wohnungskaution auf einem gesonderten Konto, sondern gehörte zum Firmenvermögen. Und die etwa 300 Miettransporter der deutschen Pleite-Firma gehören nicht zum Betriebsvermögen, sondern mehreren „Flottenpartnern“. Dies verschlechtert die Aussichten auf eine Rückerstattung erheblich.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaften
Die Staatsanwaltschaft in Landshut (Bayern) ermittelt gegen den Geschäftsführer der insolventen „123 Shared Mobility Germany GmbH“ wegen des Verdachts des Betrugs und wegen Insolvenzdelikten. Ein Abschluss des Verfahrens ist bislang nicht in Sicht. Auch die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt gegen Verantwortliche der Abzocker-Firma. Diese rechtlichen Schritte unterstreichen den schwerwiegenden Charakter der Vorwürfe.
Die Insolvenz von 123-Transporter zeigt einmal mehr die Risiken bei Mietverträgen mit unseriösen Anbietern auf. Verbraucherschützer raten, bei Kautionen auf gesonderte Konten zu achten und Vertragsbedingungen genau zu prüfen, um nicht in ähnliche Fallen zu tappen.



