14-jähriger Rostocker will eigene IT-Firma gründen: KI-Box für datensichere Unternehmen
14-Jähriger will IT-Firma gründen: KI-Box für Datensicherheit (12.04.2026)

14-jähriger Rostocker will eigene IT-Firma gründen: KI-Box für datensichere Unternehmen

Ein junger Tüftler aus Rostock hat Großes vor. Der 14-jährige Schüler Malte Schröder von der Michaelschule möchte seine eigene IT-Firma aufbauen, obwohl er noch vier Jahre vom gesetzlichen Mindestalter für eine Gewerbegründung entfernt ist. Sein Ziel: eine kostengünstige, datensichere Box entwickeln, die Unternehmen unabhängig von externen Anbietern macht und die sichere Anwendung von Künstlicher Intelligenz ermöglicht.

Vom Gamer zum Programmierer: Eine frühe Leidenschaft

Alles begann bereits im Kindergartenalter. Mit fünf Jahren beobachtete Malte fasziniert, wie sein älterer Bruder am Computer "Star Wars: Battlefront" spielte. "Das will ich auch!", war sich der Junge sicher. Zur Einschulung erhielt er dann seinen ersten Computer als Gemeinschaftsgeschenk der Familie. Doch das reine Spielen langweilte ihn schnell. "Ich habe dann einfach geschaut, was man damit noch so alles machen kann", erinnert sich der heute 14-Jährige.

Mit neun Jahren stand sein Berufswunsch fest: "Ich will Programmierer werden!" Unterstützt von seinem Vater, der im IT-Bereich bei der Bundeswehr tätig ist, eignete er sich verschiedene Programmiersprachen und technisches Grundwissen an – zunächst durch Online-Kurse, später mithilfe von Künstlicher Intelligenz.

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Sein Talent bewies Malte bereits beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht Junior" Ende März in Rostock. Mit einer selbst entwickelten News-App gewann er den zweiten Preis im Bereich Mathematik/Informatik. Sowohl Unternehmen als auch die Universität Rostock hätten bereits Interesse an seinen Fähigkeiten gezeigt, berichten seine stolzen Eltern.

Die Vision: Datensicherheit für Unternehmen

Jetzt plant der junge Tüftler den nächsten Schritt. "Firmen arbeiten momentan mit externen Technologien und Fremdanbietern, die ihre Daten auf externe Server verschieben, wo sie verarbeitet werden", erklärt der angehende Jungunternehmer. "Das ist problematisch – sowohl für die Datensicherheit als auch für die Kosten."

Seine Lösung: eine kompakte Box, die ausschließlich im Firmennetzwerk läuft und drei wesentliche Funktionen vereint:

  • Eine lokale KI-Plattform mit zugangsbeschränktem Zugriff auf interne Daten
  • Eine Datenbank mit Lesezugriff für die KI
  • Einen Kommunikationsserver auf Basis des speziellen Matrix-Protokolls

"Meine Box verbraucht wesentlich weniger Strom und ist trotzdem extrem leistungsfähig", betont Malte. Möglich mache dies eine Hardware-Architektur auf Basis der lizenzfreien RISC‑V-Befehlssätze, die in Berkeley entwickelt wurde. Diese sei deutlich energieeffizienter und günstiger als herkömmliche x86-Architekturen und lasse sich beliebig weiterentwickeln sowie KI-optimieren.

Der Weg zur Firmengründung: Vor das Familiengericht

Um sein Vorhaben umsetzen zu können, benötigt der 14-Jährige die Zustimmung eines Familiengerichts. "Die Technologie entwickelt sich rasend schnell weiter", begründet Malte seine Dringlichkeit. "Ich kann nicht warten, bis ich 18 bin, wenn ich Teil der Entwicklung sein möchte."

Seine Eltern unterstützen ihn voll und ganz. "Meine Mutter ist selbstständig und kann mir daher bei den rechtlichen Sachen helfen", erklärt er, "und mein Vater inhaltlich." Die Familie möchte nun den entsprechenden Antrag beim Gericht stellen.

"Ich möchte sicherstellen, dass ich rechtlich abgesichert bin", erläutert Malte seine Motivation. "Denn sobald ich mein Produkt mit Firmen teste, bin ich auf Verträge angewiesen, um sauber zu arbeiten." Er müsse schließlich sowohl sein Produkt als auch sich selbst schützen.

Zwischen Schule und Unternehmertum

Trotz seiner ambitionierten Pläne bleibt Malte ein normaler Schüler. "Ich bin vom Informatik-Unterricht freigestellt", erzählt er, "um mich meiner 'Arbeit' zu widmen." Zu den anderen Fächern muss er dennoch hin. "Schulpflicht eben."

Seine Mutter betont: "Ich finde seine Begeisterung für Computer toll. Hauptsache, die Leistungen in der Schule leiden nicht darunter." Der 14-Jährige versichert, einen guten Notendurchschnitt zu haben und auf jeden Fall Abitur machen zu wollen.

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Wenn er nicht vor dem Rechner sitzt, ist er mit Freunden in der Stadt unterwegs oder trifft sich mit seinem Mentor Kay Mieske im Schülerlabor des Vereins MikroMint im Rostocker Christophorus-Gymnasium.

Konkrete Pläne und Ziele

Die Software für die Box habe er bereits größtenteils fertig programmiert, berichtet Malte. Geplant sei ein vorkonfiguriertes System, das nach dem Anschließen an Strom und Netzwerk sofort betriebsbereit ist und wenig Raum einnimmt.

Das nächste Ziel ist der Bau eines Prototyps, für den er auf Unterstützung durch Sponsoren und Investoren hofft. "Auch dafür ist das Gewerbe wichtig, da ich so besser Investorengelder einwerben kann", erklärt der junge Unternehmer.

Die Hardwarekosten sind dabei vorerst überschaubar: "Die Chips beginnen bei wenigen Cent, ein Mainboard kostet rund 300 Euro, und die hochmodernen KI-Beschleunigerkarten, die ich nutzen möchte, liegen bei etwa 1500 Euro pro Stück." Für den Bau des Prototyps plant er etwa ein Jahr ein, anschließend möchte er ihn gemeinsam mit Firmen testen.

Für sein Produkt hat Malte bereits einen Markennamen: "Radixura". Das Wort entstammt den lateinischen Begriffen für Wurzel und Zukunft. "Ich will die Wurzeln der zukünftigen Technologie mitbegründen", sagt der 14-Jährige. "Je jünger ich anfange, desto mehr Zeit habe ich, um Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen."

Unterstützung und Werte

Unterstützt wird er nicht nur von seiner Familie, sondern auch von seinen Mentoren Thomas Borowitz und Kay Mieske aus dem Schülerforschungslabor MikroMint. "Ich will ein System basierend auf meinen Werten schaffen, das sicher ist, den Firmen echte Mehrwerte bringt und technologisch zukunftsweisend ist", betont Malte.

Etwas, auf dem man aufbauen kann, das sich entwickeln und wachsen darf. Denn: "Man darf heutzutage nicht nur zuschauen, wie sich die Technologie entwickelt. Man muss Teil davon werden." Davon will er nun auch das Familiengericht überzeugen, um seine IT-Firma gründen und seine datensichere KI-Box auf den Markt bringen zu können.