Der Discounter-Riese Aldi Süd trennt sich von einem luxuriösen Juwel: Das Fünf-Sterne-Hotel Öschberghof in Donaueschingen am Rande des Schwarzwaldes wird nach rund 50 Jahren verkauft. Die Umstrukturierung beim Discounter läuft auf Hochtouren – das Sortiment schrumpft, und mehr als 1000 Mitarbeiter in der Verwaltung müssen gehen. Nun gibt der Konzern auch eine Beteiligung ab, die so gar nicht zum Billig-Image passt: ein Luxushotel mit Tagungszentrum, großem Spa- und Gym-Bereich sowie einem Golfplatz.
Übernahme durch die Gustav Zech Stiftung
Die Gustav Zech Stiftung, die vermögensverwaltende Familienstiftung hinter der Bremer Zech Group, übernimmt das Luxusresort. Die Stiftung investiert unter anderem in Immobilien und Hotels und ist auf langfristige Eigentümerschaft ausgerichtet. Der Öschberghof verfügt über 127 Zimmer, einen 5500 Quadratmeter großen Spa- und Gym-Bereich sowie einen Golfplatz.
Sanierung und wirtschaftliche Entwicklung
Vor etwa zehn Jahren hatten die Aldi-Manager das Hotel für rund 55 Millionen Euro umfassend saniert und renoviert. Im Jahr 2024 erzielte der Öschberghof einen Umsatz von 30,7 Millionen Euro. Das Geschäft habe sich zuletzt sehr positiv entwickelt, berichtet die Lebensmittelzeitung. Eine Nacht im Doppelzimmer kostet etwa 400 Euro. Auch internationale Fußballvereine wie West Ham United und RB Leipzig nutzen die Anlage als Trainingslager. Während der EM 2024 diente es zudem als Team-Quartier für die spanische Nationalmannschaft.
Gründe für den Verkauf
Warum also der Abschied vom Luxus? „Wir fokussieren auf das Kerngeschäft“, erklärte eine Aldi-Sprecherin gegenüber BILD. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es: Nach rund 50 Jahren und sorgfältigem Abwägen habe sich die Unternehmergruppe entschieden, das Luxushotel an die neuen Eigentümer zu übergeben. Der Hotelbetrieb werde ohne Unterbrechung fortgeführt, und auch General Manager Michael Artner bleibe im Amt.
Kostensenkungen bei Aldi Süd
Der Lebensmittel-Discounter hatte zuletzt mit anderen Einschnitten für Schlagzeilen gesorgt, um Kosten zu senken. Einige Produkte fliegen aus dem Sortiment, darunter Markenprodukte, Eigenmarken und regionale Artikel. Je nach Region sollen rund 50 Artikel aus den Regalen verschwinden. Zudem gibt es massive Einschnitte beim Personal: Insgesamt sollen mehr als 1000 Jobs wegfallen, insbesondere am Standort Mülheim an der Ruhr. Viele der betroffenen Mitarbeiter arbeiten in der IT-Tochterfirma von Aldi Süd.



