Deutsche Bahn: Vorstandsvergütungen summieren sich 2025 auf 17,3 Millionen Euro
Der bundeseigene Konzern Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr seinen Vorständen insgesamt rund 17,3 Millionen Euro an Vergütungen, Boni und Abfindungen ausgezahlt. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 hervor, der jetzt veröffentlicht wurde.
Ehemaliger Bahnchef Richard Lutz erhält den größten Anteil
Den mit Abstand größten Teil der Vorstandsvergütungen erhielt der frühere Bahnchef Richard Lutz. Seine Gesamtbezüge beliefen sich auf knapp 5,5 Millionen Euro. Davon entfielen 1,4 Millionen Euro auf sein Festgehalt. Infolge seiner Abberufung im Oktober 2025 bekam Lutz zudem eine Abfindung von fast 3,5 Millionen Euro sowie variable Vergütungen, sogenannte Boni, in Höhe von etwa 570.000 Euro.
Abfindungen für scheidende Vorstände summieren sich auf 11,3 Millionen Euro
Im Zuge einer umfassenden Neuaufstellung bei der Deutschen Bahn verließen im vergangenen Jahr mehrere weitere Vorstandsmitglieder das Unternehmen. Dazu gehörten unter anderem:
- Die frühere Digital-Vorständin Daniela Gerd tom Markotten
- Infrastrukturvorstand Berthold Huber
- Die Chefin der Güterverkehrssparte, Sigrid Nikutta
Für diese scheidenden Führungskräfte zahlte die Bahn insgesamt Abfindungen in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro aus. Diese Summe ist in den insgesamt 17,3 Millionen Euro bereits enthalten.
Neue Vorstandsriege erhält deutlich bescheidenere Vergütungen
Deutlich geringer fielen die Bezüge für die neuen Mitglieder des inzwischen nur noch sechsköpfigen Führungsgremiums aus. Die neue Bahnchefin Evelyn Palla kam inklusive variabler Vergütungen im vergangenen Jahr auf insgesamt 1,17 Millionen Euro. Damit erhielt sie etwas weniger als der langjährige Finanzvorstand Martin Seiler, der auf 1,22 Millionen Euro kam.
Insgesamt erhielten die aktuellen Vorstandsmitglieder der Deutschen Bahn im Jahr 2025 knapp 3,7 Millionen Euro. Diese Summe ist ebenfalls in den Gesamtkosten von 17,3 Millionen Euro enthalten.
Abfindung für Karin Dohm noch nicht berücksichtigt
Nicht in den veröffentlichten Zahlen enthalten ist die Abfindung für die vorige Finanzchefin Karin Dohm. Die Bahn teilte am Donnerstagabend offiziell mit, dass Dohm das Unternehmen nach nur vier Monaten im Amt wieder verlassen wird. Die Höhe ihrer Abfindung wurde noch nicht bekannt gegeben und wird somit erst in künftigen Berichten erscheinen.
Die Vorstandsvergütungen bei der Deutschen Bahn stehen regelmäßig in der öffentlichen Diskussion, da es sich um ein staatliches Unternehmen handelt, das mit erheblichen Subventionen unterstützt wird. Die jetzt veröffentlichten Zahlen für 2025 zeigen erneut, dass Abfindungen einen erheblichen Teil der Gesamtvergütungen ausmachen können.



