Der Medienkonzern Bertelsmann sorgt mit einer Fusion in der Musikbranche für Aufsehen. Die Bertelsmann-Tochter BMG und der US-amerikanische Wettbewerber Concord legen ihre Geschäfte zusammen. Aus diesem Zusammenschluss entsteht eines der weltweit führenden Musikunternehmen mit einem Pro-forma-Jahresumsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar und einem operativen Gewinn (Ebitda) von 730 Millionen Dollar, wie die Konzerne mitteilten.
Neue Unternehmensstruktur und Führung
Das fusionierte Unternehmen wird den Namen BMG tragen. Der Hauptsitz wird in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee angesiedelt, während Berlin den europäischen Sitz bildet. Nach Abschluss der Transaktion hält Bertelsmann einen Anteil von 67 Prozent an der neuen Gesellschaft. Die bisherigen Eigentümer von Concord, die vom Vermögensverwalter Great Mountain Partners (GMP) verwaltet werden, besitzen dann 33 Prozent der Anteile. Zusätzlich erhalten sie eine einmalige Barzahlung in Höhe von 1,16 Milliarden Dollar.
Die Führung des gemeinsamen Unternehmens übernimmt Concord-Chef Bob Valentine als CEO. Thomas Coesfeld, derzeit BMG-Chef und designierter Bertelsmann-CEO, wird den Vorsitz des Aufsichtsrats (Chairman) übernehmen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden; der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Bedeutung für Bertelsmann
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bezeichnete den Deal als einen „Meilenstein“. Man bündele mit Partnern die Kräfte, ähnlich wie bei der Schaffung von Penguin Random House oder der Zusammenführung von RTL und Sky Deutschland. Die Transaktion zählt zu den größten in der mehr als 190-jährigen Geschichte von Bertelsmann.
Bertelsmann war 2006 aus dem Musikgeschäft ausgestiegen, hatte aber einige Jahre später wieder damit begonnen, es aufzubauen. 2008 wurde BMG gegründet. Mit der aktuellen Fusion stärkt der Konzern auch seine Präsenz in den USA. Im vergangenen Jahr war der US-Markt für Bertelsmann mit einem Umsatzanteil von 28 Prozent der größte Markt.
Umfangreiche Musikkataloge
BMG verfügt über einen Katalog mit mehr als drei Millionen Songs und Aufnahmen, darunter Werke von Tina Turner, Jason Aldean, Jelly Roll und Paul Simon. Concord hingegen bietet mehr als 125.000 Künstler und Songwriter, 1,3 Millionen Songs, Kompositionen, Tonaufnahmen, Filme, Theaterstücke und Musicals an. Die Fusion vereint somit zwei beeindruckende Musikarchive und schafft einen neuen Giganten in der Branche.



