Traditionsfirma Frieba in Wuppertal kämpft ums Überleben: Luxusmarken als Kunden
Frieba in Wuppertal kämpft ums Überleben: Luxusmarken als Kunden

Traditionsfirma Frieba in Wuppertal: Insolvenzverfahren eröffnet

Die Stadt Wuppertal im Bergischen Land blickt auf eine reiche Textilgeschichte zurück, die bis ins 15. Jahrhundert reicht. Im 19. Jahrhundert erlebte die Branche einen Boom, und die 1901 eröffnete Schwebebahn symbolisiert bis heute die industrielle Stärke dieser Ära. Doch nun gerät mit der über 100 Jahre alten Traditionsfirma Frieba ein bedeutendes Unternehmen im Tal der Wupper ins Straucheln.

Insolvenzverfahren und Hoffnung auf Rettung

Hinter der Marke Frieba steht das Textilwerk Carl Friedrich GmbH & Co. KG, über dessen Vermögen ein Insolvenzeröffnungsverfahren läuft. Das Amtsgericht Wuppertal hat die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis auf den vorläufigen Insolvenzverwalter übertragen. Seit Mitte Januar ist ein Team der auf Insolvenzen spezialisierten Kanzlei ATN Rechtsanwälte bei Frieba im Einsatz.

Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Marc d'Avoine äußert sich optimistisch: „Der Betrieb ist stabilisiert, wird fortgeführt und die Beschäftigten haben Insolvenzgeld für Januar erhalten“, erklärte er der FAZ. Auch für Februar und März werde Insolvenzgeld gezahlt. Das aktuelle Ziel ist es, einen Investor für das Traditionsunternehmen zu finden, wobei Ergebnisse bis Ostern angestrebt werden.

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Geschichte und Produkte des Familienbetriebs

Das Textilwerk Carl Friedrich, gegründet 1919 vom Maschinenschlosser und Geschäftsmann Carl Johann Friedrich, befindet sich seit jeher in Familienbesitz und produziert ausschließlich „Made in Germany“. Der Markenname Frieba setzt sich aus dem Namen des Gründers und dem früheren Standort in Barmen zusammen, das heute Teil von Wuppertal ist.

Frieba stellt hochwertige Bänder, Paspeln, Kordeln, Tressen, Borten und Fransen her, die zur Veredelung von Kleidung oder Möbeln dienen. Zu den Abnehmern zählen renommierte Modemarken wie Chanel und Olymp sowie die Schweizer Möbelmarke Vitra. Auch europäische Theaterbühnen bestellen regelmäßig bei dem Hersteller. Ein besonderes Merkmal ist die flexible Produktion, die es ermöglicht, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen.

Krise in der gesamten Textilbranche

Die Insolvenz von Frieba spiegelt die allgemeine Krise in der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie wider. Laut Berechnungen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat die Branche in den vergangenen sechs Jahren 12.500 Arbeitsplätze abgebaut. Dies entspricht einem Rückgang um 16 Prozent von Ende 2019 bis 2025 und stellt den prozentual stärksten Verlust an Arbeitsplätzen unter allen Industriezweigen dar.

Die Schwebebahn, das Wahrzeichen von Wuppertal, erinnert an die einstige industrielle Blütezeit, während die aktuelle Situation die Herausforderungen für Traditionsunternehmen in einer globalisierten Wirtschaft verdeutlicht. Die Suche nach einem Investor für Frieba wird daher mit Spannung verfolgt, da sie über die Zukunft eines bedeutenden regionalen Arbeitgebers entscheidet.

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