Groschen-Markt vor dem Aus: Doch 30 Filialen könnten durch Investoren gerettet werden
Seit mehr als drei Jahrzehnten versorgt der Groschen-Markt Kunden in Ostdeutschland mit Haushaltswaren, Dekoartikeln und Heimwerkerbedarf zu absoluten Schnäppchenpreisen. Doch im Dezember 2025 stand die beliebte Discounter-Kette plötzlich vor dem finanziellen Kollaps und meldete Insolvenz an. Damit waren 190 Arbeitsplätze unmittelbar bedroht. Jetzt gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer: Aktuelle Gespräche mit potenziellen Investoren könnten dazu führen, dass 30 der insgesamt 41 Filialen erhalten bleiben.
Die Hintergründe der Insolvenz
Hinter den Groschen-Märkten steht die DEC Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Dingelstädt in Thüringen. Das Unternehmen betreibt Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen auf einer Gesamtfläche von über 35.000 Quadratmetern. Rund 240 Lieferanten aus dem In- und Ausland beliefern die Kette mit günstigen Produkten. Trotz dieser etablierten Struktur geriet der Groschen-Markt in ernste Schwierigkeiten.
Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann erklärte gegenüber Medien, dass sich das Kaufverhalten der Deutschen grundlegend verändert habe. „Die Leute in Deutschland haben inzwischen weniger Geld, das macht sich auch beim Schnäppchenkauf bemerkbar“, so Spiekermann. Zusätzlichen Druck erzeugten internationale Discounter wie Action und Tedi sowie die ebenfalls in Schieflage geratene Kette Kodi. Auch die wachsende Konkurrenz durch Online-Billiganbieter aus China erschwerte das Überleben der traditionellen Schnäppchenmärkte.
Investoren-Gespräche und mögliche Rettung
Aktuell laufen intensive Verhandlungen mit drei namhaften, potenziellen Geldgebern, die eine Übernahme der Kette in Betracht ziehen. Im April soll die Insolvenz des Unternehmens offiziell eröffnet werden – dann könnte es zu einem verbindlichen Abschluss kommen. Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters betonte, dass bei einer erfolgreichen Übernahme die bestehenden Arbeitsplätze nach Möglichkeit gesichert werden sollen. Von den 190 Mitarbeitern der DEC arbeiten 170 direkt in den Filialen der Discounter-Kette.
Die Investoren planen jedoch offenbar, den etablierten Namen Groschen-Markt aufzugeben und ein neues Marktkonzept einzuführen. Welche der 41 Filialen genau erhalten bleiben, ist derzeit noch unklar. Ebenso fehlen Informationen zum zukünftigen Namen der Märkte. Sollte es im April tatsächlich zur Übernahme durch einen der Investoren kommen, ist ein großer Ausverkauf in den Groschen-Märkten zu erwarten. Was danach in den Regalen liegen wird, bleibt vorerst ungewiss.
Die DEC Handelsgesellschaft mbH hat über Jahre hinweg Kunden in eher strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands mit preiswerten Artikeln versorgt. Nun steht die Zukunft dieser beliebten Einzelhandelskette auf der Kippe. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Verhandlungen mit den Investoren erfolgreich verlaufen und welche Filialen der Schnäppchen-Kette eine zweite Chance erhalten.



