Insolvenzverfahren bei Traditions-Fleischerei Neudorfer eingeleitet
Die Neudorfer Fleischerei, ein langjähriges Unternehmen aus Groß Pankow in der Prignitz, hat Ende Februar Insolvenz angemeldet. Das entsprechende Verfahren wurde beim Amtsgericht Neuruppin beantragt, wie Geschäftsführer Ralf Remmert gegenüber unserer Redaktion bestätigte. Das Unternehmen zählt zu den wenigen Fleischereien in der Region, die ihre Wurst- und Fleischwaren noch vor Ort produzieren.
Mutterunternehmen als Auslöser für den Konkurs
Als Hauptgrund für die Insolvenz nennt Remmert den Konkurs des Mutterunternehmens Prignitzer Landschwein, der Anfang dieses Jahres erfolgte. „Das konnten wir leider als Tochterunternehmen nicht auffangen“, erklärte der Geschäftsführer. Die finanzielle Belastung durch den Zusammenbruch des übergeordneten Betriebs erwies sich als zu schwerwiegend, um die Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Potsdamer Rechtsanwalt Lutz Köster von der Kanzlei Schneidewind eingesetzt. Trotz der schwierigen Lage betont Remmert, dass der Betrieb der aktuell neun Filialen zunächst normal weiterlaufen soll. „Die Neudorfer Fleischerei hat ein vernünftiges Geschäftsmodell“, so der Geschäftsführer. „Wir werden versuchen, alle Geschäfte weiterhin zu betreiben.“
Zukunft der Filialen und Mitarbeiter
Die Niederlassungen der Fleischerei befinden sich unter anderem in Pritzwalk, Meyenburg, Perleberg, Wittenberge und sogar in Malchow in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 50 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Laut Remmert werden deren Löhne und Gehälter vorerst wie gewohnt weitergezahlt, um die finanzielle Sicherheit der Belegschaft zu gewährleisten.
Das primäre Ziel ist nun, das Unternehmen komplett zu verkaufen. „Ich hoffe, dass das möglichst schnell geht“, äußerte Remmert. Es wird aktiv nach einem Investor gesucht, der bereit ist, die Neudorfer Fleischerei GmbH zu übernehmen und die Tradition des Betriebs fortzuführen.
Historische Entwicklung des Unternehmens
Die Neudorfer Fleischerei blickt auf eine lange Geschichte zurück, die im Wendejahr 1990 begann. Aus der damaligen Schweinezucht Neudorf entstand das Unternehmen, das 1991 mit der Produktion und dem Verkauf von Hausschlachtprodukten in Pritzwalk und Umgebung startete. Bereits ein Jahr später wurde die erste Filiale in Pritzwalk eröffnet, gefolgt von weiteren Niederlassungen in den Folgejahren.
Die Produktion musste 1997 aufgrund der Schweinepest vorübergehend eingestellt werden, was zu einer Modernisierung und Erweiterung des Standorts Neudorf führte. In den Jahren 2004 und 2010 wurden die Produktionskapazitäten erneut ausgebaut, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Trotz dieser Investitionen konnte die aktuelle Krise nicht abgewendet werden.
Die Insolvenz markiert einen Wendepunkt für das Traditionsunternehmen, dessen Zukunft nun von der Suche nach einem neuen Eigentümer abhängt. Die regionale Wirtschaft und die Mitarbeiter hoffen auf eine schnelle Lösung, um die Fortführung des Betriebs zu sichern.



