Lufthansa plant drastische Maßnahmen: Bis zu 40 Flugzeuge könnten stillgelegt werden
Der anhaltende Konflikt im Iran hat nun direkte Auswirkungen auf die deutsche Luftfahrtindustrie. Die Lufthansa prüft aktuell, bis zu 40 Flugzeuge aus dem Verkehr zu ziehen – eine Reaktion auf die explodierenden Kerosinpreise und potenzielle Versorgungsengpässe. Diese Entwicklung könnte für Flugreisende in den kommenden Monaten deutlich spürbar werden.
Massive Kostenerhöhung durch Treibstoffpreise
Wie interne Unterlagen zeigen, hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr verschiedene Szenarien prüfen lassen. Allein bei den nicht langfristig gesicherten Treibstoffkontrakten drohen dem Konzern Mehrkosten von etwa 1,5 Milliarden Euro. Diese enorme finanzielle Belastung zwingt die Airline zu drastischen Gegenmaßnahmen.
„Wir wollen früh vorbereitet sein“, erklärte Spohr gegenüber dem Handelsblatt mit Blick auf die Folgen des Krieges im Nahen Osten. Die gestiegenen Kosten würden sich unweigerlich auf die Ticketpreise auswirken, gleichzeitig rechnet der Konzern mit einer sinkenden Nachfrage.
Zwei-Stufen-Plan für Flottenreduzierung
Der Stilllegungsplan sieht zwei Eskalationsstufen vor:
- Zunächst könnten etwa 20 Flugzeuge vorübergehend am Boden bleiben
- Bei weiterer Verschärfung der Lage wären bis zu 40 Jets betroffen
Dies entspräche bis zu fünf Prozent der gesamten Lufthansa-Kapazität. Besonders im Fokus stehen ältere, spritintensive Maschinen, deren Betrieb bei hohen Kerosinpreisen unwirtschaftlich wird.
Versorgungsengpässe verschärfen die Situation
Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Preise. Rund 40 Prozent des in Europa benötigten Kerosins stammen aus der Golfregion, die durch den Konflikt massiv beeinträchtigt wird. Bereits jetzt melden erste Flughäfen in Asien, dass sie zusätzlichen Flugverkehr wegen Treibstoffknappheit nicht mehr annehmen können.
Die Lufthansa reagiert flexibel auf diese Herausforderungen. Einzelne Maschinen werden auf alternative Strecken verlegt, etwa nach Indien oder zu touristischen Zielen innerhalb Europas. Diese Umdisponierung soll mögliche Engpässe an bestimmten Flughäfen ausgleichen.
Auswirkungen auf Passagiere und Branche
Für Flugreisende bedeutet diese Entwicklung:
- Höhere Ticketpreise, besonders bei Neubuchungen
- Reduziertes Flugangebot durch weniger Maschinen
- Mögliche Einschränkungen bei bestimmten Destinationen
Die gesamte Luftfahrtbranche steht unter erheblichem Druck. Die Kombination aus steigenden Betriebskosten und sinkender Nachfrage stellt Airlines weltweit vor existenzielle Herausforderungen. Die Lufthansa-Maßnahmen könnten somit als Indikator für weitere Einschnitte in der Branche dienen.



