Lufthansa und Verdi einigen sich: Streiks beim Bodenpersonal abgewendet
Lufthansa: Streiks beim Bodenpersonal abgewendet

Lufthansa und Verdi erzielen Tarifeinigung für Bodenpersonal

Frankfurt/Main • Für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten der Lufthansa-Gruppe ist die Gefahr von Arbeitsniederlegungen vorerst gebannt. Das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi haben sich nach intensiven Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, der Streiks in diesem Bereich verhindert. Die Einigung bringt den Mitarbeitern deutliche Gehaltsverbesserungen und sorgt für Planungssicherheit bis weit ins Jahr 2028 hinein.

Details der Tarifvereinbarung

Der ausgehandelte Abschluss sieht Gehaltssteigerungen von insgesamt etwa 4,6 Prozent in zwei klar definierten Stufen vor. Konkret bedeutet dies: Die Beschäftigten von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo erhalten rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres eine erste Erhöhung um 2,2 Prozent. Ab dem 1. März 2027 folgt dann eine weitere Anpassung um 2,4 Prozent. Die vereinbarte Laufzeit des Tarifvertrags erstreckt sich über 26 Monate und endet am letzten Tag des Februars 2028.

Michael Niggemann, Vorstand für Personal und Recht bei der Lufthansa, betonte die Bedeutung dieser langfristigen Regelung: „Die lange Laufzeit garantiert Verlässlichkeit für beide Seiten. In Zeiten geopolitischer Krisen setzt dieser Abschluss ein klares Zeichen für Stabilität.“ Auch die Gewerkschaftsseite zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis.

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Gewerkschaftliche Bewertung und Hintergründe

Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky kommentierte: „Dieses Tarifergebnis schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten. Die Beschäftigten haben künftig im Durchschnitt gut 220 Euro monatlich mehr in der Tasche.“ Ursprünglich war die Gewerkschaft mit deutlich höheren Forderungen in die Gespräche gegangen – sie verlangte 6,0 Prozent mehr Geld bei einer zwölfmonatigen Laufzeit oder mindestens 250 Euro zusätzlich pro Monat.

Die Verhandlungen verliefen nicht ohne Druck, denn Verdi hatte bereits die Streikbereitschaft unter den Bodenbeschäftigten abgefragt und dabei hohe Zustimmung erhalten. Berufsgruppen wie Techniker, Check-in-Mitarbeiter oder Kundenbetreuer hätten im Konfliktfall durchaus in der Lage gewesen, den Flugbetrieb erheblich zu beeinträchtigen. Bereits im Jahr 2024 war eine Schlichtung notwendig, um eine Einigung zu erzielen.

Weitere Konflikte im Lufthansa-Konzern

Während für das Bodenpersonal nun Ruhe eingekehrt ist, bleiben andere Bereiche des Luftfahrtkonzerns weiterhin von Tarifkonflikten betroffen. Sowohl die Piloten als auch die Flugbegleiter der Kernmarke Lufthansa sowie weiterer Flugbetriebe haben sich in Urabstimmungen für Arbeitskämpfe ausgesprochen. Erst vor wenigen Wochen führte ein Ausstand der Piloten zur Absage Hunderter Flüge und verursachte erhebliche Unruhe unter den Passagieren.

Allerdings gibt es auch hier Anzeichen für eine mögliche Entspannung. Die Lufthansa hat jüngst ein Gesprächsangebot an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) unterbreitet, das Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt bringen könnte. Konkrete Streikdrohungen waren nach zwei vorangegangenen Streikwellen zunächst zurückgegangen, doch die grundsätzliche Bereitschaft zu Arbeitsniederlegungen bleibt bestehen.

Für die vielen streikgeprüften Passagiere der Lufthansa bedeutet die aktuelle Einigung zumindest eine teilweise Entwarnung. Zwar sind weitere Störungen durch andere Berufsgruppen nicht ausgeschlossen, doch die kritische Infrastruktur am Boden bleibt vorerst von Arbeitskampfmaßnahmen verschont. Die erzielte Tarifvereinbarung schafft somit eine wichtige Basis für stabilere Betriebsabläufe in den kommenden Jahren.

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