Milliarden-Urteil nach Jacht-Unglück: Witwe muss für toten Ehemann zahlen
Milliarden-Urteil: Witwe muss für toten Ehemann zahlen

Milliarden-Urteil nach Jacht-Unglück: Witwe muss für toten Ehemann zahlen

Angela Bacares (58) hat in ihrem Leben bereits Schweres durchgemacht: Sie überlebte im August 2024 den Untergang der als unsinkbar geltenden Luxusjacht 'Bayesian', bei dem sieben Menschen an Bord starben – darunter ihr Ehemann, der britische Milliardär Mike Lynch († 59), und die gemeinsame 18-jährige Tochter Hannah. Jetzt droht der Witwe ein weiteres Fiasko, das ihren finanziellen Ruin bedeuten könnte.

Gericht verurteilt Nachlass zu gigantischer Zahlung

Der Nachlass von Mike Lynch wurde am Dienstag in London dazu verpflichtet, umgerechnet rund 1 Milliarde Euro Schadenersatz an das US-Unternehmen Hewlett Packard zu zahlen. Wie die britische Zeitung 'The Times' berichtet, wird nun seine Witwe Angela Bacares zur Kasse gebeten. Der Wert des Lynch-Nachlasses wird auf lediglich 577 Millionen Euro geschätzt, was bedeutet, dass das Urteil diesen komplett auslöschen könnte.

Hintergrund des milliardenschweren Rechtsstreits

Mike Lynch, der einst als 'Englands Bill Gates' bekannt war, hatte 2011 sein Softwareunternehmen Autonomy für 11,7 Milliarden Dollar an Hewlett Packard verkauft. Der US-Konzern warf Lynch jedoch vor, den Wert seines Unternehmens künstlich in die Höhe getrieben zu haben, und reichte 2015 Klage ein. Mehr als ein Jahrzehnt beschäftigte dieser Betrugsfall die Justiz.

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Im vergangenen Juli hatte das Londoner Gericht den Lynch-Nachlass bereits zur Zahlung von 830 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt. Weil der Verkauf mittlerweile 15 Jahre zurückliegt, forderte Hewlett Packard zusätzlich Zinsen. Das Gericht urteilte nun, dass zu den 852 Millionen Euro noch etwa 200 Millionen Euro Zinsen hinzukommen – insgesamt also rund 1 Milliarde Euro.

Tragisches Jacht-Unglück als persönliche Katastrophe

Das Urteil erreicht Mike Lynch nicht mehr. Der Milliardär ertrank im August 2024 gemeinsam mit seiner Tochter Hannah, als seine 56 Meter lange Superjacht 'Bayesian' vor Sizilien wegen eines Unwetters unterging. Eine Wasserhose soll die Jacht in der Nacht getroffen haben, die innerhalb von Minuten kenterte und sank. Die exakte Ursache für den Untergang ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Ironischerweise hatte Lynch an Bord der Jacht gefeiert, dass ihn ein US-Gericht in San Francisco von den Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Verkauf seiner Firma freigesprochen hatte. In den USA hatten ihm bis zu 25 Jahre Haft gedroht.

Weitere rechtliche Probleme für die Witwe

Das Gericht hat dem Nachlass von Lynch verweigert, gegen eines der früheren Urteile Berufung einzulegen. Allerdings könnte der Rechtsstreit noch vor das Berufungsgericht gebracht werden, um das Urteil anzufechten. Mike Lynch hatte die Betrugsvorwürfe stets bestritten.

Doch damit nicht genug: Im Januar wurde bekannt, dass die Italian Sea Group, der das Unternehmen gehört, das die Jacht gebaut hat, Angela Bacares auf 456 Millionen Euro verklagt. Die Klage basiert darauf, dass nicht das Schiff selbst fehlerhaft gewesen sei, sondern der Betrieb. Geschäftsführer Giovanni Costantino hatte die 'Bayesian' einst als 'unsinkbar' bezeichnet.

Persönliche Tragödie und berufliches Erbe

Mike Lynch war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch Berater der ehemaligen britischen Premierminister David Cameron und Theresa May. Er hinterlässt neben seiner Witwe Angela Bacares eine weitere Tochter, Esme, die nicht an Bord der Unglücksjacht war. Das enge Verhältnis zwischen Lynch und seiner Tochter Hannah war bekannt und macht die persönliche Tragödie umso schmerzhafter.

Die Bergung der 'Bayesian' aus 50 Metern Tiefe neun Monate nach dem Unglück forderte ein weiteres Menschenleben, als ein Taucher ums kam. Die Untersuchungen zur genauen Unglücksursache dauern an, während die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen für die Hinterbliebenen bereits jetzt verheerende Ausmaße annehmen.

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