Pfandstreit um alkoholfreien Gin beendet: Regierung schafft Klarheit für Spirituosen-Alternativen
Pfandstreit um alkoholfreien Gin beendet: Regierung schafft Klarheit

Pfandstreit um alkoholfreien Gin beendet: Regierung schafft Klarheit – Münchner Destillerie profitiert

Der bundesweite Streit um die Pfandpflicht für alkoholfreien Gin ist nun offiziell beendet. Die Bundesregierung hat eine gesetzliche Anpassung beschlossen, die Produkte wie den Münchner "The Duke Entgeistert" von der umstrittenen Abgabe befreit. Diese Entscheidung beendet eine monatelange Debatte, die durch einen Rechtsstreit zwischen der Aschheimer Destillerie und dem Berliner Verband "Sozialer Wettbewerb" ausgelöst wurde.

Rechtsstreit löste landesweite Diskussion aus

Der Verband hatte im vergangenen Jahr Klage gegen The Duke eingereicht, weil die Destillerie für ihren alkoholfreien Gin "Entgeistert" kein Pfand verlangte. In zweiter Instanz verlor das Unternehmen den Prozess, was zu einem sofortigen Verkaufsstopp führte. "Als das ursprüngliche Pfandgesetz 2003 geschaffen wurde, existierten alkoholfreie Spirituosen praktisch noch nicht", erklärt Gründer Maximilian von Pückler. Das Gesetz sah damals nur Ausnahmen für alkoholhaltige Produkte vor.

Die Konsequenzen für The Duke waren erheblich: Durch Handelsauslistungen, massive Umsatzeinbrüche sowie hohe Gerichts- und Verfahrenskosten entstand ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 68.000 Euro. Zudem musste Pückler seine Gin-Alternative kurzfristig in teure Tonflaschen abfüllen, die wiederum pfandbefreit waren – eine kostspielige Notlösung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gesetzliche Anpassung bringt endgültige Klarheit

Mit der nun beschlossenen gesetzlichen Klarstellung bleiben alkoholfreie Spirituosen mit bis zu 1,2 Volumenprozent Alkohol generell von der Pfandpflicht ausgenommen. Die neue Regelung wird am 12. August 2026 rechtskräftig und betrifft nicht nur The Duke, sondern alle Hersteller ähnlicher Alternativprodukte. "Diese Entscheidung beweist, dass öffentlicher Dialog und sachliche Argumente tatsächlich Wirkung entfalten können", kommentiert Pückler die Entwicklung.

Öffentliche Kampagne setzte politischen Druck auf

Noch im Juli 2025 sah das zuständige Bundesumweltministerium auf Anfrage keine Möglichkeit für eine Pfandbefreiung alkoholfreier Spirituosen. Offenbar hat die intensive öffentliche Debatte die politische Haltung verändert. Pückler selbst meldete sich regelmäßig zu Wort und startete die Kampagne "Gin als Protest", die breite Aufmerksamkeit erregte.

"Zahlreiche Menschen aus der Branche, der Gastronomie, den Medien und der Politik haben durch diese Initiative die Problematik sichtbar gemacht", betont der Unternehmer. "Wir sind erleichtert, dass aus dieser schwierigen Situation letztlich eine vernünftige Lösung entstanden ist." Die Destillerie in Aschheim bei München kann nun wieder regulär produzieren und vertreiben, ohne die zusätzliche Belastung durch Pfandflaschen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration