Vita Cola: Ostdeutsche Kultmarke erobert den Westen und setzt auf zuckerfreie Varianten
Die legendäre Vita Cola, einst in der DDR eingeführt, schreibt heute ein neues Kapitel ihrer Geschichte. Während der Absatz der traditionell gezuckerten Cola in Ostdeutschland leicht rückläufig ist, expandiert die Marke erfolgreich in den Westen und passt sich gleichzeitig dem veränderten Konsumverhalten an.
Westexpansion treibt leichtes Wachstum an
Im vergangenen Jahr verzeichnete Vita Cola ein minimales Absatzplus von 0,3 Prozent und verkaufte insgesamt 100,1 Millionen Liter Erfrischungsgetränke. Dieses Wachstum wird maßgeblich durch die aktive Vermarktung in Westdeutschland getrieben, wo die verschiedenen Sorten in immer mehr Supermärkten und Geschäften erhältlich sind. Seit etwa anderthalb Jahren wird die Marke gezielt im Westen platziert und kompensiert so die leichten Rückgänge in ihren ostdeutschen Stammregionen.
Ein besonderer Erfolgsfaktor ist die Einführung der Vita Cola in Dosen, die seit Jahresbeginn auch im Westen erhältlich ist. „Die Dose ist im aktuellen Cola-Markt sehr angesagt und wird von den Verbrauchern gut angenommen“, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Die Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH aus Schmalkalden, die hinter der Marke steht, macht zwar keine gesonderten Angaben zu Umsatz und Gewinn, betont jedoch die strategische Bedeutung der Westexpansion.
Trend zu bewusstem Konsum: Zuckerfreie Sorten gewinnen an Bedeutung
Parallel zur geografischen Expansion reagiert Vita Cola auf einen deutlichen Trend in der Getränkebranche. „Es gibt einen klaren Trend zu bewussterem Konsum“, so die Sprecherin. Während der Absatz der klassischen gezuckerten Cola in Ostdeutschland zurückgeht, verzeichnet das Segment der zuckerfreien Erfrischungsgetränke ein starkes Wachstum.
Aktuell machen zuckerfreie Cola und andere zuckerfreie Getränke zwar noch einen kleinen Teil des Gesamtabsatzes aus, doch das Unternehmen plant, den vier zuckerfreien Sorten ein stärkeres Gewicht zu verleihen. Insgesamt vertreibt Vita Cola über ihre Marke 15 verschiedene alkoholfreie Erfrischungsgetränke:
- Vier Cola-Sorten (inklusive zuckerfreier Varianten)
- Ein Cola-Orangen-Mix
- Acht verschiedene Limonaden
- Zwei Energy-Drinks
Historische Wurzeln und zukunftsorientierte Strategie
Die Wurzeln von Vita Cola reichen bis in das Jahr 1958 zurück, als die DDR das Cola-Getränk mit dem charakteristischen Zitrusgeschmack einführte. Seitdem hat sich die Marke zu einem festen Bestandteil der ostdeutschen Trinkkultur entwickelt und genießt dort nach wie vor Kultstatus.
Für das laufende Jahr hat sich das Unternehmen zwei klare Ziele gesetzt: Die Marktstärke in den ostdeutschen Stammregionen soll weiter gefestigt werden, während gleichzeitig das Wachstum im Westen vorangetrieben wird. Die zuckerfreien Varianten werden dabei eine immer wichtigere Rolle spielen, um den veränderten Verbraucherpräferenzen gerecht zu werden.
Die Expansion von Vita Cola zeigt, wie eine traditionsreiche Marke erfolgreich neue Märkte erschließen und sich gleichzeitig an aktuelle Ernährungstrends anpassen kann. Mit ihrer charakteristischen Rezeptur und der gezielten Erweiterung des Sortiments bleibt die einstige DDR-Cola auch im vereinten Deutschland eine relevante Größe im Getränkemarkt.



