Vollsperrung in Prenzlau bedroht Existenz griechischen Restaurants 'Kreta'
Eine monatelange Vollsperrung der Güstower Straße (L25) in Prenzlau stellt die Existenz des griechischen Restaurants 'Kreta' ernsthaft in Frage. Inhaber Zef Vorfi sieht sich mit massiven Umsatzeinbußen konfrontiert, die die Arbeitsplätze von fünf Angestellten gefährden. Seit Mitte März verirren sich aufgrund der Sperrung nur noch etwa zehn Mittagsgäste in das ansonsten gut frequentierte Lokal.
Umsatzrückgang und wirtschaftliche Herausforderungen
Der Umsatz von Mai bis September ist für das Restaurant entscheidend, um die Fixkosten von rund 250.000 Euro pro Jahr zu decken. Diese setzen sich aus Umsatz- und Gewerbesteuer, Krankenkassenbeiträgen sowie Gebühren zusammen. In den Wintermonaten fährt das Restaurant regelmäßig ein Minus, sodass die Sommersaison essenziell für das wirtschaftliche Überleben ist. Für die fünf Angestellten, von denen viele kleine Kinder haben, ist eine ganzjährige Beschäftigung unverzichtbar, da Kurzarbeitergeld nicht ausreichen würde.
Maßnahmen zur Schadensbegrenzung
Um den Umsatzverlust auszugleichen, hat Zef Vorfi mehrere Notmaßnahmen ergriffen:
- Einrichtung eines Lieferservices mit Mindestbestellwert von 30 Euro und einem Aufschlag von drei Euro aufgrund hoher Spritpreise.
- Einführung einer speziellen Mittagskarte an Wochentagen.
- Vergabe von Fünf-Euro-Gutscheinen für Gäste, die den Umweg trotz Sperrung auf sich nehmen.
Hoffnung auf Kompromisslösungen
Vorfi hofft auf eine schnelle Einigung mit der Baumfirma Eurovia, um eine Freigabe der Durchfahrt für Anlieger zu erreichen. Sein Vorschlag sieht vor, die Straße wochentags nach Bauende von 15 bis 22 Uhr und an Wochenenden komplett zu öffnen. Prenzlaus Bürgermeister Marek Wöller-Beetz (CDU) hat zudem angeboten, einen mobilen Imbisswagen auf dem Rathausplatz aufzustellen, wobei die Stadt die Hälfte der Stromkosten übernehmen würde. Bislang scheitert dies jedoch an fehlender Wasserver- und Abwasserentsorgung.
Historische Belastungen und aktuelle Bauarbeiten
Das Restaurant 'Kreta', das 2020 eröffnet wurde, hatte bereits einen schwierigen Start durch die Corona-Pandemie mit Lockdowns und massiven Einschränkungen in der Gastronomie. Die aktuellen Bauarbeiten, die bis mindestens Dezember andauern sollen, dienen der Ertüchtigung der Wasserversorgung in diesem Bereich, wo seit Jahren niedriger Wasserdruck Probleme verursacht. Die Maßnahme ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadt Prenzlau, des Norduckermärkischen Wasser- und Abwasserverbandes (NUWA) und des Landesbetriebs Straßenwesen.
Kritik an gleichzeitigen Vollsperrungen
Die Bauarbeiten führen nicht nur in der Güstower Straße, sondern auch in Güstow und Basedow zu Vollsperrungen, die über ein dreiviertel Jahr andauern sollen. Anwohner und Pendler kritisieren diese Planung scharf. In sozialen Netzwerken heißt es, dass nur jemand, der nicht selbst betroffen ist, so etwas organisieren könne. Für Fußgänger und Radfahrer wurde zwar ein abgetrennter Durchgang eingerichtet, doch für den motorisierten Verkehr bleibt die Situation prekär.
Ob das Restaurant seine sechste Saison übersteht, hängt maßgeblich von der Bereitschaft aller Beteiligten ab, praktikable Kompromisse zu finden. Zef Vorfi und sein Team versuchen alles, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen und die griechische Küche in der Region zu erhalten.



