Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, schlägt Alarm: Steigt der Fußballklub West Ham United ab, droht den Steuerzahlern ein Millionenloch. Der Verein steht auf einem direkten Abstiegsplatz und könnte bereits morgen den Gang in die zweite Liga antreten, sollte der Konkurrent Tottenham am Dienstag gegen Chelsea gewinnen.
Stadion-Deal belastet Haushalt
Grund für die finanziellen Sorgen ist ein langfristiger Mietvertrag für das Olympiastadion. West Ham hat eine auf 99 Jahre angelegte Vereinbarung mit der Stadt. Bei einem Abstieg würde sich die Jahresmiete von derzeit fünf Millionen Euro auf die Hälfte reduzieren. Das fehlende Geld müssten die Steuerzahler ausgleichen, die bereits für die Betriebskosten des Stadions aufkommen. Zusätzliche Kosten von rund 2,8 Millionen Euro kämen auf sie zu.
Khan appelliert an Fans
In der BBC appellierte Khan daher an die Londoner: „Deshalb sage ich den Londonern, die keine Spurs-Fans sind: Ihr solltet wahrscheinlich West Ham die Daumen drücken. Denn die Steuerzahler würden verlieren, wenn West Ham absteigt.“
Scharfe Kritik an Boris Johnson
Zugleich griff Khan seinen Vorgänger Boris Johnson scharf an. Dieser habe 2012 „den denkbar schlechtesten Deal“ für das nach den Olympischen Spielen genutzte Stadion ausgehandelt. West Ham erhielt äußerst günstige Konditionen, um eine Leerstand zu vermeiden. Kritiker bezeichnen das Geschäft als milliardenschwere Belastung für die Steuerzahler.
Altes Stadion abgerissen
Im Zuge des Umzugs verkauften die Klubbesitzer trotz heftiger Fanproteste das traditionsreiche Boleyn Ground, besser bekannt als Upton Park, wo West Ham mehr als ein Jahrhundert gespielt hatte. Das Stadion wurde inzwischen abgerissen, auf dem Gelände entstanden Wohnungen.



