Asbest in Spielzeug entdeckt: Große Rückrufaktion bei Woolworth, TK Maxx und Hema
In einer beunruhigenden Entwicklung für Eltern und Verbraucher haben mehrere bekannte Einzelhandelsketten Spielzeugprodukte wegen möglicher Asbestbelastung aus dem Verkehr gezogen. Der Discounter Woolworth, die Kaufhauskette TK Maxx und die Warenhauskette Hema haben bundesweit Rückrufaktionen für verschiedene Spielzeuge gestartet, die mit Spiel- oder Bastelsand ausgestattet sind.
Betroffene Produkte und Rückgabemöglichkeiten
Bei Woolworth sind insbesondere Spielfiguren der Marke Stretcherz betroffen, darunter die Serien Stretcherz Slammerz, Stretcherz Street Smash Car und Stretcherz Stretch Squad Dinos. Ein Unternehmenssprecher aus Unna in Nordrhein-Westfalen bestätigte, dass alle diese Artikel aus den Verkaufsregalen entfernt wurden. Kunden, die diese Produkte bereits erworben haben, können sie in jeder Woolworth-Filiale zurückgeben und erhalten den vollen Kaufpreis erstattet – auch ohne Vorlage des Kassenbons.
TK Maxx ruft das Spielzeug Stretcherz Stretch Squad zurück, das im Januar und Februar dieses Jahres in den Filialen erhältlich war. Auch hier handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, wie das Unternehmen betont. Die Warnung wurde über das Portal Lebensmittelwarnung.de verbreitet, das auch für Nicht-Lebensmittel-Produkte genutzt wird.
Bei Hema sind mehrere Produkte mit Spiel- und Bastelsand betroffen, die in den Filialen verkauft wurden. Das Unternehmen gab bekannt, dass in mindestens einem Röhrchen Asbest nachgewiesen wurde. Der Sand wurde nach aktuellen Erkenntnissen in mehreren Bundesländern vertrieben:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin
- Hessen
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
Was ist Asbest und warum ist er gefährlich?
Asbest bezeichnet natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale mit extrem feinen Fasern, die einen Durchmesser von bis zu zwei Mikrometern erreichen können. Das Umweltbundesamt klassifiziert Asbest als eindeutig krebserregend. Die besondere Gefahr liegt in der Fähigkeit des Materials, sich in immer feinere Fasern aufzuspalten, die leicht eingeatmet werden können.
Einmal in der Lunge angelangt, können sich diese Fasern langfristig festsetzen und schwere Gesundheitsschäden verursachen. Über Jahrzehnte wurde Asbest in großen Mengen in der Bauindustrie verwendet, bevor seine gesundheitlichen Risiken vollständig erkannt wurden.
Internationale Dimension des Problems
Die aktuelle Rückrufaktion ist kein isolierter Vorfall. In den vergangenen Monaten wurden in mehreren Ländern ähnliche Probleme mit Spielsandprodukten festgestellt:
- In Australien und Neuseeland wurden zunächst Asbestfunde in gefärbten Sandspielprodukten gemeldet
- In den Niederlanden und Belgien folgten ähnliche Entdeckungen
- Betroffen sind vor allem Produkte aus China, darunter Magic Sand, kinetischer Sand, Deko- und Bastelsand sowie Montessori-Sandspieltische
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass einige Nachbarländer bereits mit Verkaufsverboten und öffentlichen Warnungen reagiert haben. In Australien mussten sogar vorübergehend Schulen und Kindergärten geschlossen werden, um mögliche Belastungen zu überprüfen und Reinigungsmaßnahmen durchzuführen.
Empfehlungen für Verbraucher
Die Verbraucherzentrale NRW rät aus Vorsichtsgründen davon ab, gefärbte Sandspielprodukte aus China für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten. Diese Empfehlung gilt sowohl für Kinderspielzeug als auch für Dekorationssand für Erwachsene.
Wichtige Sicherheitshinweise:
- Wenn bereits geöffnete Sandspielprodukte in Innenräumen verwendet wurden, sollten Reinigungsmaßnahmen ergriffen werden, bei denen kein Staub aufgewirbelt und eingeatmet werden kann
- Normaler Spielsand für Sandkästen im Freien ist von den aktuellen Problemen nicht betroffen
- Betroffene Produkte sollten umgehend zurückgegeben werden, auch wenn kein Kassenzettel mehr vorhanden ist
Beide Unternehmen, Woolworth und TK Maxx, betonen, dass es sich bei den Rückrufaktionen um reine Vorsichtsmaßnahmen handelt und das Gesamtrisiko als gering eingeschätzt wird. Dennoch nehmen sie die potenzielle Gefahr ernst und bieten umfassende Rückgabemöglichkeiten an. Für weitere Fragen steht bei Woolworth eine Servicehotline zur Verfügung.



