Brite verurteilt: Jahrelang Fisch aus der Badewanne an Supermärkte verkauft
Ein skandalöser Fall von Lebensmittelbetrug hat in England für Aufsehen gesorgt. Ein Mann aus Watford wurde verurteilt, weil er über Jahre hinweg Fisch aus seiner privaten Badewanne verarbeitete und anschließend an Supermärkte verkaufte. Die unhygienischen Zustände und die mangelnde Kennzeichnung der Produkte stellen einen eklatanten Verstoß gegen die Lebensmittelsicherheit dar.
Das ekelerregende Geschäftsmodell
Der 62-jährige Stephen Akuoko betrieb sein widerliches Geschäft unter dem Firmennamen Tribal Foods. Er bezog Fisch aus undurchsichtigen Quellen und lagerte die Ware, darunter Makrelen, direkt in seiner Badewanne. Diese befand sich in unmittelbarer Nähe zur Toilette, was die hygienischen Bedingungen zusätzlich verschärfte. Aus dem Fisch stellte der Brite Fertiggerichte her, die er anschließend an Supermärkte vertrieb.
Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass die Verfallsdaten der Produkte unangemessen lang waren und die Angaben zu den Inhaltsstoffen völlig unzureichend ausfielen. Damit wurden Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst getäuscht und potenziellen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.
Zufällige Entdeckung durch die Feuerwehr
Die Behörden waren dem Fall zunächst nur schwer auf die Spur gekommen. Für die Firma Tribal Foods war lediglich eine Telefonnummer registriert. Ein Anruf bei Stephen Akuoko endete in einer wüsten Beschimpfung, sodass die Ermittlungen zunächst ins Leere liefen.
Der Durchbruch gelang erst durch einen Zufall: Ein Wok-Brand in der Sozialwohnung des Briten alarmierte die Feuerwehr. Bei ihrem Einsatz entdeckten die Einsatzkräfte die illegale Küche und die Lagerung von Fisch in der Badewanne. Diese zufällige Entdeckung führte schließlich zur Festnahme und Anklage von Stephen Akuoko.
Gerichtsurteil mit klaren Worten
Vor dem St Albans Crown Court gestand der Angeklagte die Vorwürfe und zeigte sich reumütig. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und verhängte ein fünfjähriges Berufsverbot im Lebensmittelbereich. Richter Francis Sheridan äußerte sich deutlich zu den Vorfällen.
„Sie haben zu widerlichen Methoden gegriffen. Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, so gelagerte Lebensmittel auch nur der eigenen Familie zu servieren, ist unfassbar“, so der Richter. Er betonte, dass die Fertiggerichte „ungenießbar für den menschlichen Verzehr“ gewesen seien und verwies auf die potenziell tödlichen Folgen von Lebensmittelvergiftungen.
Der Richter machte unmissverständlich klar, dass Stephen Akuoko mit einer milden Strafe davonkommt. „Wäre eine Lebensmittelvergiftung mit Todesfolge eingetreten, wären Sie wegen Totschlags angeklagt worden“, stellte er fest. Warum Supermärkte die mangelhaft gekennzeichneten Produkte überhaupt akzeptiert und verkauft haben, bleibt bisher ungeklärt.
Dieser Fall unterstreicht die Bedeutung strenger Kontrollen in der Lebensmittelkette und die Verantwortung aller Beteiligten für die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher.



