ADAC und Stiftung Warentest warnen: Gefährliche Kindersitze werden unter neuen Namen weiterverkauft
Gefährliche Kindersitze: Warnung vor Umetikettierung durch Händler

Ernste Warnung vor umetikettierten Kindersitzen: ADAC und Stiftung Warentest schlagen Alarm

Der ADAC und die Stiftung Warentest haben eine dringende Warnung ausgesprochen: Acht Modelle von Autokindersitzen weisen nach aktuellen Tests gravierende Sicherheitsmängel auf und sollten sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Besonders besorgniserregend ist, dass einige dieser unsicheren Produkte offenbar nach gescheiterten Crashtests unter neuen Bezeichnungen weiterverkauft werden.

Lebensgefahr im Ernstfall: Sitze versagen bei Frontalcrash

Bei gemeinsamen Crashversuchen simulierten die Organisationen ein realistisches Frontalunfallszenario mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen, die jeweils mit 50 Kilometern pro Stunde kollidieren. In diesem strengeren Test als die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung zeigten die betroffenen Kindersitze katastrophale Versagensmechanismen. Die rückwärts zur Fahrtrichtung angebrachten Sitzschalen rissen von ihrer Basis ab und schleuderten durch die Prüfkarosse, was im Ernstfall lebensbedrohliche Verletzungen für die Kinder bedeuten könnte.

Die Stiftung Warentest betont: „Wer einen der betroffenen Sitze bereits gekauft hat, sollte ihn ab sofort nicht mehr nutzen und sich umgehend an den jeweiligen Anbieter wenden.“

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Umetikettierungsskandal: Ein Modell, viele Namen

Besonders im Fokus steht der Kindersitz Reecle 360 (ZA 10 i-Size), vor dem bereits im Oktober 2025 gewarnt wurde. Nun stellt sich heraus, dass dieses Modell in sieben baugleichen Varianten unter verschiedenen Namen weitervertrieben wird. Alle diese Klone versagten im Test auf vergleichbare Weise. Erkennbar sind die betroffenen Produkte an der Zulassungsnummer E8 0313715.

Zusätzlich fiel die Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 plus Basisstation Mink FX2 durch. Der Hersteller Kinderkraft reagiert verantwortungsvoll und bietet betroffenen Kunden einen kostenlosen Umtausch oder eine vollständige Rückerstattung an, sofern sie sich per E-Mail an safety@kinderkraft.com melden.

Alibaba-Plattform ermöglicht Individualisierung

Der ADAC erklärt, dass der Kindersitz mit europäischer Zulassung auf der Handelsplattform Alibaba nach Kundenwunsch individualisiert und dann in größeren Stückzahlen bestellt werden kann. „Dies haben offenbar einige Händler getan“, so der Automobilclub, was erklärt, warum sich das gleiche unsichere Sitzmodell unter diversen Namen auf verschiedenen Onlineverkaufsportalen wiederfindet.

Der Hersteller der Klon-Sitze, die chinesische Firma Yangzhou Lettas Baby Product CO., LTD., verweist lediglich auf sein Kundenserviceteam. Dem ADAC gegenüber teilte Lettas mit, dass man bereits seit Januar 2026 einige Verbesserungen an den Sitzen vorgenommen habe, die das Sicherheitsproblem betreffen sollen.

Wichtig zu wissen: Der Verkauf dieser Sitze ist nicht verboten, da sie die gesetzlich vorgeschriebene Zulassungsprüfung bestanden haben. Allerdings zeigen die Tests von ADAC und Stiftung Warentest, dass diese Prüfung weniger streng ist als die realitätsnahen Crashtests der Verbraucherschützer.

Handlungsempfehlungen für Verbraucher

  • Überprüfen Sie sofort alle Kindersitze auf die Zulassungsnummer E8 0313715.
  • Nutzen Sie betroffene Sitze nicht mehr und kontaktieren Sie den Händler oder Hersteller.
  • Achten Sie beim Kauf neuer Kindersitze auf unabhängige Testergebnisse und vermeiden Sie Billigangebote von unbekannten Anbietern.
  • Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Warnungen von ADAC und Stiftung Warentest.

Diese Enthüllungen unterstreichen die Notwendigkeit strengerer Kontrollen und transparenterer Handelswege, um die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

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