Die Allianz hat erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. Im ersten Quartal 2026 steigerte der größte deutsche Versicherungskonzern seinen operativen Gewinn um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro – ein neuer Spitzenwert. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn schoss sogar um knapp 50 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro in die Höhe, wie das Unternehmen mitteilte.
Sondereffekte und stabiles Wachstum
Der deutliche Anstieg des Nettogewinns ist größtenteils auf den Verkauf von Anteilen an bisherigen Gemeinschaftsunternehmen in Indien zurückzuführen. Doch auch ohne diesen Sondereffekt wuchs der Gewinn laut Allianz um sieben Prozent. Damit bleibt die Versicherungsbranche von der anhaltenden Wirtschaftskrise weitgehend verschont, während viele Industriekonzerne unter schwachen Geschäftszahlen leiden.
Umsatz leicht rückläufig
Der Umsatz der Allianz sank im ersten Quartal leicht von 54 auf 53 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf geringere Beitragseinnahmen in einigen Sparten zurückzuführen. Dennoch profitierten die Münchner von einem glücklichen Umstand: In den ersten drei Monaten des Jahres gab es keine großen Naturkatastrophen. Dadurch blieben die Schäden im Bereich Sachversicherung, der Autoversicherungen und Gebäudeversicherungen umfasst, vergleichsweise niedrig. Der operative Gewinn dieser Sparte legte um elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu.
Vermögensverwaltung mit starkem Wachstum
Trotz weltpolitischer Unsicherheiten entwickelte sich auch die Vermögensverwaltung der Allianz prächtig. Die Kunden vertrauten den Fondsgesellschaften Pimco und AGI netto 45 Milliarden Euro zusätzliches Geld an. Dadurch wuchs das verwaltete Vermögen auf über zwei Billionen Euro. Der operative Gewinn in dieser Sparte stieg um knapp sechs Prozent auf 857 Millionen Euro. Ohne den schwachen US-Dollar wäre das Plus sogar bei 15 Prozent gelegen, da Pimco als US-Tochter in Dollar bilanziert.
Schwächeres Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft
Weniger erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit privaten Kranken- und Lebensversicherungen. Sowohl das Neugeschäft als auch das operative Ergebnis gingen zurück. Die Allianz nannte keine konkreten Zahlen, verwies aber auf den anhaltenden Wettbewerb und die Niedrigzinsphase.
Ausblick für das Gesamtjahr
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Vorstand das Ziel eines operativen Ergebnisses von 17,4 Milliarden Euro, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus einer Milliarde Euro. Vorstandschef Oliver Bäte hatte kürzlich auf der Hauptversammlung betont, dass es ein Hauptziel sei, Versicherungen bezahlbar zu halten. Viele Versicherer hatten in den vergangenen Jahren ihre Beiträge kräftig erhöht, was zu Kritik von Verbraucherschützern geführt hatte.



