Versicherer halten trotz Kriegsrisiken im Persischen Golf an Deckungen für deutsche Schiffe fest
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat bestätigt, dass deutsche Schiffe in der Golfregion weiterhin versichert werden können, obwohl der Iran-Krieg die Sicherheitslage erheblich verschärft hat. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, betonte: „Versicherer passen Konditionen und Preise an, ziehen sich aber nicht zurück.“ Dies schließt auch sogenannte Kriegsrisiken-Versicherungen ein, die typischerweise Schäden durch Minen oder andere kriegsbedingte Ereignisse abdecken.
Mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien festsitzend
Laut dem Verband Deutscher Reeder (VDR) sind derzeit mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf blockiert, da der Verkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen ist. Der Iran hat die freie Schifffahrt in dieser Meerenge, einer der wichtigsten Routen für den globalen Öl- und Gashandel, massiv bedroht. Die USA haben als Reaktion darauf am Montag eine Seeblockade eingerichtet, was die Situation zusätzlich verkompliziert.
Versicherungspreise stark gestiegen, aber Angebote bleiben
Anfang März, kurz nach dem Kriegsausbruch Ende Februar, nutzten Schiffsversicherer Kündigungsrechte bei Kriegsrisiken-Versicherungen, um die Deckungen anzupassen. Der VDR berichtet, dass Versicherer diese Policen anschließend zu deutlich höheren Preisen anboten. Dieses Vorgehen ist laut Verband üblich, wenn sich die Risikolage kurzfristig ändert, führt jedoch zu erheblichen Zusatzkosten für Reedereien.
Für große Handelsschiffe können die Prämien für Kriegsrisiken-Versicherungen nun sechs- bis siebenstellige Summen erreichen. Trotz dieser finanziellen Belastungen betont die Branche, dass es weiterhin Versicherungsangebote gibt, um den Schiffsverkehr in der Region aufrechtzuerhalten.
Reedereien schließen für Fahrten durch Risikogebiete wie den Persischen Golf grundsätzlich Kriegsrisiken-Versicherungen ab, um sich gegen potenzielle Schäden abzusichern. Der VDR vertritt auch jene Reedereien, deren Schiffe aktuell im Golf festsitzen, und setzt sich für Lösungen ein, um die Blockade zu überwinden und den Handel zu stabilisieren.



