Die AfD in Sachsen-Anhalt bereitet sich mit einem ambitionierten Wahlkampf auf die Landtagswahl 2026 vor. Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund kündigte auf dem bevorstehenden Landesparteitag in Magdeburg an, dass die Partei rund 1,5 Millionen Euro für einen innovativen und professionellen Wahlkampf benötige. Diese Summe solle durch Spenden von Bürgern und Unternehmen aufgebracht werden.
Der viertägige Parteitag ab dem 21. Juli dient der Aufstellung der Landesliste. Der Landesvorstand empfiehlt 30 Kandidaten, angeführt von Siegmund auf Platz 1 und Oliver Kirchner auf Platz 2. Auffällig ist, dass keine Kandidaten aus Halle oder Anhalt-Bitterfeld auf der Empfehlungsliste stehen. Nur zwei Frauen sind unter den 30 Empfehlungen. Landeschef Martin Reichardt betonte, die Partei sei in einer Phase der Harmonisierung und der mehrtägige Parteitag sei aufgrund der Vielzahl von Wahlgängen nötig.
Siegmund erklärte, die AfD wolle alle 41 Direktwahlkreise gewinnen und einen flächendeckenden Wahlkampf führen. Social Media spiele eine zentrale Rolle, wobei Siegmund bereits große Reichweiten mit seinen Videos erzielt. Die Partei setze auf Vernetzung mit Influencern und eigene Kanäle, werde aber auch weiterhin vor Ort präsent sein und Printmedien nutzen.
Reichardt bezeichnete Sachsen-Anhalt als möglichen „Leuchtturm“ der Partei. Für den Fall einer Regierungsübernahme kündigte Siegmund ein 100-Tage-Programm an: „Einer der ersten Schritte wird es natürlich sein, allen Menschen, die hier illegal sind, die hier Straftaten begehen, die unser Werte- und Kulturverständnis bekämpfen, den Geldhahn abzudrehen.“ Er forderte die Abschiebung aller rund 8.000 ausreisepflichtigen Personen sowie eine Umstellung von Geld- auf Sachleistungen.
Weitere Pläne umfassen die Entlastung sozialer Systeme wie Arztpraxen, Krankenhäuser und Schulen sowie ein Rückgewinnungsprogramm für deutsche Fachkräfte. Die AfD will die Zahl der Stellen in Ministerien und Landesgesellschaften kritisch prüfen, das Programm „Schule ohne Rassismus“ abschaffen und die Unterstützung für den Verein Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit streichen.
Die AfD wird in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Die Landtagswahl ist für den 6. September 2026 angesetzt. Aktuell regiert eine Koalition aus CDU, SPD und FDP; die AfD ist zweitstärkste Fraktion im Landtag.



