Der Attentäter des Magdeburger Weihnachtsmarktanschlags, Taleb A., hat mehrere Briefe an Opfer geschrieben. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg bestätigte, dass fünf Geschädigte angeschrieben wurden. Da sich der Beschuldigte in Untersuchungshaft befindet, konnten die Schreiben nicht zurückgehalten werden.
Laut einem Bericht der "Magdeburger Volksstimme" bat Taleb A. in einem der Briefe um Verzeihung, äußerte aber auch Anschuldigungen gegen saudische Asylbewerber. Ähnliche Aussagen hatte er bereits vor der Tat in sozialen Medien verbreitet. Es wird vermutet, dass die Adressen aus den Ermittlungsunterlagen stammen.
Politiker in Sachsen-Anhalt reagierten empört. Der FDP-Justizexperte Guido Kosmehl forderte, die Staatsanwaltschaft müsse Opfer vor Retraumatisierung schützen. SPD-Politiker Rüdiger Erben kritisierte, dass die Behörde nicht vorab Kontakt zu den Opfern aufgenommen habe.
Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte, die Briefe seien in separaten Umschlägen mit einem Hinweis auf die Freiwilligkeit der Kenntnisnahme weitergeleitet worden. Taleb A. war im Dezember 2024 mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast, tötete sechs Menschen und verletzte rund 300. Der Prozess soll in einem provisorischen Gerichtssaal in Magdeburg stattfinden.



