Wismar – Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) hat am Freitagmorgen einen ungewöhnlichen Einsatz absolviert. Er zog einen gelben Trockenanzug an und ließ sich mit einem Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zu dem Buckelwal Timmy bringen, der seit 25 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel festsitzt. Backhaus stieg ins eiskalte Ostsee-Wasser, um den Zustand des Wals aus nächster Nähe zu begutachten.
Der Minister trug einen Trockenanzug des Modells Secumar contra 140, der vor Kälte schützt und die Kleidung trocken hält. Nach einer halben Stunde war der Ausflug aufs Wasser beendet. Backhaus sagte, es sei ihm wichtig gewesen, nah beim Wal zu sein, da man ihn dann ganz anders wahrnehme. Das Schicksal von Timmy scheint ihn stark zu belasten: Er habe in der Nacht nur zwei bis drei Stunden geschlafen.
Backhaus berichtete zudem von Anfeindungen und sogar Morddrohungen, die nicht nur Helfer, Behörden und Wissenschaftler, sondern auch ihn selbst betreffen. Die Situation sei sehr emotional, da es unterschiedliche Meinungen darüber gebe, ob der Wal gerettet werden solle oder nicht.



