In Bremen startet ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt zur Erhöhung der Sicherheit in Straßenbahnen. Künstliche Intelligenz (KI) erkennt aggressives Verhalten und informiert Fahrer und Leitstelle in Echtzeit. Das gab Bremens Verkehrssenatorin Özlem Ünsal (SPD) bekannt.
Die Technik wurde von einem Bremer Start-up entwickelt. Kameras in den Bahnen leiten Aufnahmen an einen Rechner weiter, der mit KI die Gesichter der Fahrgäste verpixelt. „Uns ist erst mal egal, wer da irgendwas tut“, betont Thorsten Harder vom BSAG-Vorstand. „Für uns ist erst mal wichtig: Was passiert im Fahrzeug?“ Die KI wertet die Aufnahmen aus und meldet Konflikte wie Streit oder Randalierer.
Seit April sind 15 Straßenbahnen mit der Technologie ausgestattet. Bis Jahresende soll ein Drittel der Fahrzeuge folgen, langfristig alle Bahnen und Busse der BSAG. Die Aufnahmen werden nur fahrzeugintern verarbeitet und nicht gespeichert, wie die BSAG mitteilt. Der Datenschutzbeauftragte stimmte dem Verfahren zu.
Hintergrund sind jährlich etwa 150 Streitfälle in Bremer Bahnen und Bussen, darunter 90 verbale und 30 bis 40 körperliche Übergriffe. Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz habe das Thema Sicherheit in den Fokus gerückt, so Ünsal. Die KI solle das Risiko solcher Angriffe minimieren und das Sicherheitsgefühl stärken.



