Buckelwal vor Poel: Neuer Rettungsplan mit Lastkahn
Buckelwal vor Poel: Neuer Rettungsplan mit Lastkahn

Die private Initiative zur Rettung des vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwals hat einen neuen Plan: Ein absenkbarer Lastkahn, eine sogenannte Barge, soll das zwölf Tonnen schwere Tier transportieren. Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die das Projekt gemeinsam mit Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz finanziert, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich möchte das Tier endlich verbringen.“ Man arbeite „weiter mit Hochdruck“ an der Rettung.

Das ursprüngliche Konzept mit Pontons und einer Netzplane war gescheitert. Laut einer Mitteilung des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern fehlte für die technische Konstruktion die notwendige Zulassung für den Seeverkehr. Das neue Konzept sei bislang erst vorbesprochen, die prüffähigen Unterlagen lägen dem Land noch nicht vor. Umweltminister Till Backhaus (SPD) forderte ein vollständiges, fachlich nachvollziehbares Konzept.

Die Barge ist etwa 15 Meter breit und wird von Schleppern gezogen. Sie ist auf dem Weg aus dem Hamburger Raum, mit einem geplanten Stopp in einer Werft in Wismar. Die Anfahrt dauert, da die Barge nur fünf Knoten (etwa neun Kilometer pro Stunde) schnell ist und den Nord-Ostsee-Kanal passieren muss.

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Der Chef des beauftragten Baggerunternehmens, Fred Babbel, kündigte an, dass eine 110 Meter lange, zehn Meter breite und zwei Meter tiefe Rinne vom Liegeplatz des Wals zum Fahrwasser gebaggert werden soll. „Das müssten wir in gut zwei Tagen schaffen“, sagte Babbel. Ein weiterer Bagger aus Timmendorfer Strand soll „heute oder morgen früh“ eintreffen. Details zur Freilassung oder zum Transport des Wals nannte Babbel nicht.

Helfer kümmerten sich weiterhin um den Wal, der in einer frei gespülten Kuhle am Ende der Kirchsee liegt. Sie bedeckten ihn mit Tüchern und gossen Flüssigkeit über das Tier. Die Wal-Expertin Karen Stockin von der Massey University in Neuseeland warnte im Wissenschaftsmedium „The Conversation“ vor übermäßigem Eingreifen: Wahre Fürsorge bedeute manchmal Zurückhaltung, wenn die Wissenschaft keine Hoffnung auf Genesung sehe.

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